Reisebericht Myanmar (Burma), 05.12.-19.12.2002

© Rainer Kuhn, 2002-2007     Homepage www.asiatravels.de

Der folgende Reisebericht meiner Reise mit Tanja durch Myanmar ist ein weitgehend unbearbeiteter Teil einer Email, die ich nach unserer Reise in einem Internetcafé in Thailand verfasst habe (in Myanmar sind Dinge wie Internet oder Email ja strikt verboten). Zu einem spaeteren Zeitpunkt (wenn alle Dias gerahmt/sortiert und dann irgendwie digitalisiert worden sind) soll das Ganze noch mit Fotos ergaenzt werden...

Fragen, Anregungen sowie Spenden zur Anschaffung eines Dia-Magazinscanners ;-) bitte an rainer@asiatravels.de.

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Intro - Inle Lake - Kalaw - Mandalay - Bagan - Outro



Mingalarbar!

burma ist wirklich atemberaubend, ich habe noch nie zuvor nahezu durchgaengig so liebe, nette, freundliche, warmherzige und gastfreundliche menschen gesehen. dazu kommen ein derart abwechslungsreiche landschaft von unbeschreiblicher schoenheit, in tausenden von z.T. goldenen stupas manifestierte tiefe buddhistische religioesitaet, ein beeindruckendes kulturelles erbe, unterschiedlichste volksstaemme mit jeweils uralten traditionen, angenehm wenig tourismus und nicht zuletzt ein fuer asien sehr angenehmes klima (nicht sehr schwuel und mit naechtlicher abkuehlung). leider leider haben wir unseren urlaub falsch geplant, 2 wochen waren viel zu kurz fuer dieses wunderbare land - wir waeren so gerne laenger geblieben und haetten locker 4 wochen dort verbringen koennen.

aber wir haben dann das beste draus gemacht: nach unserer ankunft in der hauptstadt yangon sind wir am naechsten tag nach heho in den westlichen shan state geflogen und von dort zum beruehmten inle lake gefahren. dort haben wir ein absolut urspruenglich leben am wasser kennengelernt (die beruehmten einbeinfischer, schwimmende gaerten, traditionelle maerkte und hart arbeitende menschen, die ihren lebensraum optimal ausnutzen) und einen lieben neuen freund gewonnen (mie su aus unserem guesthouse, mit dem wir viel unternommen haben). am 2. tag sind wir nach indai, einem uralten kloster und faszinierenden pagodenfeld am see gefahren und haben eine erste vorstellung davon erhalten, wie es in bagan aussehen koennte).

danach gings in die berge nach kalaw, einer ehemaligen britischen hill station, von wo aus wir eine schoene trekkingtour zu zwei doerfern des palaung-stammes unternommen haben. die einfachen und sehr armen menschen bestellen felder auf berghaengen, bauen tee an und leben z.t. mit mehreren familien (ca. 70 personen) in einem einzige langhaus, in dem auch in mehreren feuerstellen gekocht wurde. wir haben die grundschule besucht, der lehrerein viele stifte gespendet, einfachste kloester gesehen und wurden vom haeuptling zu tee und bananen eingeladen (die tollen menschen teilen noch das wenige was sie haben!). wir konnten die menschen sooo gluecklich machen, als wir mit sie mit unserer mini-polaroidkamera fotografiert haben und ihnen die fotos geschenkt haben (sie hatten wohl noch nie ein foto von sich gesehen). alle noch im dorf anwesenden, die nicht auf den feldern waren, wurden zusammengetrommelt, man zog sich die besten trachten an unde posierte - alle wollten ein foto von sich, das sie danach stundenlang verzueckt betrachteten (netter nebeneffekt ware einige hoffentlich sehr schoene bilder mit meiner spiegelrelexkamera fuer uns, die wir ihne aber auch noch schicken wollen). das war eigentlich mit das schoenste erlebnis der ganzen reise...

anschliessend gings per minibus ueber besorgniserrregende serpentinenstrassen (die eigentlich hauptstrasse nach thazi war einige tage zuvor abgerutscht und unbefahrbar) mit tollen ausblick ueber die berge nach mandalay (die beruehmte road to mandalay von kipling, der sie nie gesehen hat :-) . hier sehen die menschen und die landschaft wieder ganz anders aus und der trubel einer pulsierenden Stadt tut sein uebriges. wir haben eine blick ueber die stadt bei sonnenuntergang genossen und am naechsten tag mit einem netten erlanger und einem echt goldigen burmesen, die wir unabhaengig voneinander am tag zuvor kennengelernt haben, 2 koenigsstaedte bei mandalay besichtigt (mingun und sagain). am naechsten tag sind wir um halb fuenf morgens aufgestanden und sind den ganzen tag lang mit dem schiff ueber de irrawady-fluss nach bagan gefahren. das war mal richtig schoen erholsam und entspannend, so dass wir kraft fuer die naechten anstrengenden tage schoepfen konnten...

bagan ist wohl neben angkor in kambodscha (das wir ja im februar sehen und erleben durften) asiens bedeutenste kulturhistorische staette. in der ebene von bagan finden tausende von mehr oder weniger gut erhaltenen/restaurierten tempeln und stupas aus der bagan-epoche von ca. 850-1350 n.Chr. nach letztem stand gibt es dort allein 2217 identifizierbare seperate bauwerke aus dieser zeit. in form, stol, groesse uns ausarbeitung sind die bauten voellig unterschiedlich, von 5m hohen kleinen stupas bis hin zu 61m hohen pathos (begehbaren tempeln) oder anderen mit ueber 1500 qm grundflaeche, die an aztekentempel/pyramiden erinnern, ist alles vorhanden. der blick von einigen der hoeheren bauten ueber das gesamte pagodenfeld ist absolut atemberaubend, eigentlich nicht n worte zu fassen. leider ist mir vor den geplanten tollen sonnenauf- und untergangsaufnahmen meine spiegelreflexkamera kaputt gegangen (nachdem ich einen alten moench, den fuer eine woche in einem tempel lebte, kennengelernt und fotografiert hatte, um ihm das bild zu schicken), so dass ich nur mit einer kleinen sucherkamera knipsen konnte.

zum abluss gings dann in die hauptstadt yangon, einer hoechst lebhaften metropole (5,5 millionen einwohner!) mit viel charme und vielen alten heruntergekommenen kolonialbauten. dort liess ich meine kamera reparieren :-) und wir waren abends zum cocktailtrinken im beruehmten "strand"-hotel aus der kolonialzeit. tags lernte ich in der suhle pagode einige moenche kennen, mit denen ich mich lang unterhielt. von einem wurde wir am naechsten tag in seine "speaking class" eingeladen, wo 200 junge burmesen (hauptsaechlich moenche) englisch lernten. ich wurde auf die buehne gebeten, sollte mich vorstellen und mit den schuelern kommunizieren - das war auch wieder ein absolut fantastisches erlebnis. obwohl wir dies nicht wollten und wir eigentlich keine zeit hatten, bestanden sie partout darauf, uns im anschluss noch zum essen einzuladen... den abschluss bildete die unbeschreibliche shwedagon pagode, ein riesiger buddhistischer tempel (die heiligste staette burmas) von ungaublicher schoenheit. eine 98m hohe goldene stupa, umringt von einer kleinen stadt aus kunstfertigst verzierten nebengebaeuden und mit einer sagenhaften atmosphaere bei sonnenuntergang. die schoenheit der burmesischen tempel uebertrifft so ziemlich alles andere derartige, was ich sonst in asien gesehen habe, und ist z.b. im vergleich zu thailand in keinster weise kitschig.

tja, und dann gings zurueck nach thailand - leider leider, unsere urlaubsplanung war absolut falsch. wir waeren so gerne noch 2 wochen laenger in diesem wundervollen land geblieben, statt nach thailand zu gehen, aber das tauchen ist schon gebucht (aber das ist ja immerhin ein trost ;-). wenn ich nocheinmal die moeglichkeit bekommen sollte, werde ich auf jeden fall wiederkommen!

ich wuensche den menschen von herzen, dass sich sich baldmoeglichst von der militaerdiktatur und den menschenrechtsverletzungen befreien koennen, und dass die zustaende bei der internationalen gemeinde nicht in vergessenheit geraten. die regierung versteht es praechtig, dass man als (uninterssierter) aussenstehender moeglichst wenig von alledem mitbekommt, aber wer genau hinsieht und hinhoert (auch wenn die menschen aus angst kaum etwas politisches aeussern), bekommt mit, was dort laeuft. als fremder kann man seinen stillen protest dadurch aeussern, wo nur moeglich die regierung *nicht* zu unterstuetzen (z.t. haben wir dafuer sogar bestechungsgeld bezahlt :), bestimmte orte nicht zu besuchen und nur private personen/firmen zu nutzen. die menschen allerdings freuen sich sehr, durch fremde einerseits ein wenig aus ihrer aufgezwungenen isolation zu entrinnen, und andererseits ihren lebensstandard ein wenig aufbessern zu koennen.

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