Der folgende Reisebericht meiner Reise mit Tanja durch
Nord-Laos und Thailand basiert auf Emails, die ich waehrend unserer Reise
in Internetcafes verfasst, in unregelmaessigen Abstaenden verschickt und
zuhause stellenweise nachbearbeitet habe. Die derzeit veroeffentlichten Fotos*
sind mit einer kleinen Digicam aufgenommen worden. Zu einem spaeteren Zeitpunkt
(wenn alle Dias gerahmt/sortiert und dann irgendwie digitalisiert worden sind)
soll das Ganze noch mit weiteren Bildern ergaenzt werden...
Fragen, Anregungen sowie Spenden zur Anschaffung eines Dia-Magazinscanners ;-)
bitte an
rainer@asiatravels.de.
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Teil 1: Outdoor-Fun in Vang Vieng (06.01.-12.01.06)
[Fotogalerie 1]
Teil 2: Von Luang Prabang stromaufwaerts auf dem Nam Ou (13.01.-15.01.06)
[Fotogalerie 2]
Teil 3: Von Muang Khoua nach Luang Nahmtha (16.01.-17.01.06)
[Fotogalerie 3]
Teil 4: Forest Camp: Trekking im Nam Ha NPA (18.01.-20.01.06)
[Fotogalerie 4]
Teil 5: Bootstour auf dem Nam Tha nach Houay Xai (21.01.-22.01.06)
[Fotogalerie 5]
Teil 6: Thailand: Von Chiang Rai zur Andaman Sea (23.01.-04.02.06)
[Fotogalerie 6]
Sabaidee!
Nach wirklich schlechtem Beginn unserer diesjaehrigen Reise sind wir doch noch in Laos angekommen...
Aber von vorne: am 4.1., dem Tag unseres Abflugs, haben wir 15min. vor
Abflug am Frankfurter Flughafen erfahren, dass unsere Maschine der Fluglinie
'Emirates' wegen technischer Probleme nicht starten kann und wir im
Steigenberger Flughafen-Hotel uebernachten muessen. Dadurch waren auch alle
weiteren Anschlussverbindungen, die wir ueber Dubai und Bangkok nach Laos
hatten, geplatzt. Der neu angesetzte Starttermin am naechsten Tag um
11h platzte dann auch, die Maschine flog gar nicht mehr. Nach grossem Chaos
wollte man uns schliesslich 24h spaeter in eine Maschine nach London setzen,
von wo aus wir irgendwie nach Bangkok weiterverschifft werden sollten.
Daraufhin haben wir einen grossen Aufstand gemacht, und schliesslich hat ein
netter Emirates-Angestellter versucht, uns ueber Standby noch in einen Thai
Airways-Direktflug einzubuchen. Nach extremer Hektik und Rumhetzerei samt
Gepaeck haben wir's dann tatsaechlich noch geschafft: Thai Airways hat uns
mitgenommen, und am 6.1. waren wir morgens um 6h in Bangkok. Dort ging die
Hetzerei sofort weiter, aber wir haben's auch hier -gerade noch, fast
minutengenau- geschafft, einen Anschlussflug nach Vientane, Laos' Haupstadt,
zu bekommen. Und wir waren nur 1-2 Stunden
spaeter dort, als wir vermutlich wie geplant eingetroffen waeren. Eine
Flußidylle in Vang Vieng
logistische Meisterleistung :) , nachdem wir erst mit 18h Stunden
Verspaetung in Frankfurt losgekommen sind. War natuerlich auch deutlich
teurer, aber dafuer kommt ja hoffentlich Emirates auf. Da wir mit einer
saftigen Entschaedigung unserer eigentlichen Fluglinie rechnen, ist unser
neues Urlaubsmotto, wenn wir uns was extra goennen: "Das bezahlt ja
Emirates!" ;-) Naja, Anfang schlecht, alles gut, jetzt hat der Urlaub
wirklich begonnen...
Vom Flughafen haben wir uns zu Vientane's Busstation bringen lassen und dort Tickets fuer einen Local Bus gekauft. Endlich wieder in Asien! Das bunte Markttreiben um die Busstation, der Staub und die Gerueche haben uns gleich wieder wie zuhause fuehlen lassen. Auch den ranzigen, engen und unbequemen Bus haben wir mit einem Schulterzucken genommen, da wir das ja schon aus 2004 kannten. Weitere 5-6 Stunden spaeter waren wir schliesslich voellig uebermuedet in Vang Vieng, wo wir eigentlich hinwollten.
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Karstberge am Nam Xong
Vang Vieng ist ein kleines Nest 4 Busstunden noerdlich von Vientane, das
an einem wunderschoenen Fluss in einer grandiosen Karstlandschaft liegt, die an
Tuschezeichnungen suedchinesischer Gebirge erinnert.
Wegen seiner ausufernden Backpackerszene hat der Ort teilweise einen recht schlechten
Ruf. Auf der Hauptstrasse des Dorfes reiht sich ein Traveller-FastFood-Lokal
an das andere, in jedem laufen droehnend laute Fernseher und jeder Sitzplatz
ist auf den Fernseher ausgerichtet. Das Flussufer ist im noerdlichen Teil
uebersaet von Bars, die sich jeden Abend mit ihrer Musik zu uebertoenen versuchen.
Auf der anderen Seite kann man dem Rummel gut entkommen, tolle
Outdoor-Aktivitaeten starten und einfach die wundervolle Landschaft geniessen.
Nach einigen vollen Guesthouses haben wir schliesslich im Sueden mit "Les Jardins"
eine paradiesische Unterkunft am Fluss mit direktem Blick auf
die tollen Karstberge gefunden. Die Szenen am Fluss sind sehr idyllisch: Die
Einheimischen waschen sich darin, suchen mit Koerben Algen oder aehnliches
und sehr seltsam aussehende einachsige Traktoren bringen die Menschen von
einem Ufer zum anderen, wobei sie regelmaessig in der tieferen Flussmitte
steckenbleiben und die Maenner dann schieben muessen (da sie dann sowieso
immer nass sind, haben wir uns schon gefragt, warum sie den Fluss nicht
gleich durchwaten :).
In der darauffolgenden Nacht haben wir von 10h abends bis 12h mittags geschlafen, und danach ging es uns deutlich besser. Nachdem wir diesen Tag komplett vergammelt haben, haben wir uns abends noch mit einem Beer Lao auf Flechtmatten einer freakigen "Liege-Bar" mit einem wunderbaren Sonnenuntergang vor der Karstkulisse belohnt.
Buddha in Tam Phoukam
Am nächsten Morgen haben wir uns dann Mountainbikes geliehen und eine
40km lange Fahrradtour
in einzigartiger Landschaft in Westen Vang Viengs gemacht. Immer wieder
ragen neben einem schroffe Karstfelsen hunderte von Metern in den Himmel,
die sich mit dschungeligen Abschnitten und einfachen Holzhuettendoerfern
abwechseln. Am Strassenrand winkende und 'Sabaidee'-rufende Kinder,
Kuhherden, Schweine- und Huehnerfamilien auf der Strasse, und ab und an ein
Wasserbueffel (einer ist panisch aus seinem Gatter ausgebrochen und auf die
Strasse gerannt, als Tanja vorbeifuhr...). Nach 10km ueber abenteuerliche
Holz- und Bambusbruecken-Konstruktionen (hier muss fuer jede Ueberquerung
Brueckenzoll gezahlt werden, da die Bruecken wohl nicht vom Staat errichtet
werden) und Sand- und Steinpisten sind wir an einer Hoehle angekommen. Nach
einiger Kletterei ueber einen extrem steilen 'Weg' mit scharfkantigen
Felsen haben wir die Hoehle Tam Phoukam ereicht, die sich mit einer
gewaltigen Halle in den Berg oeffnet. Ein goldener liegender Buddha gibt dem
ganzen noch einen Hauch von Tempelatmosphaere. Von einem kleinen Jungen mit
Stirnlampe haben wir uns tief in das Innere der Hoehle fuehren lassen, wobei
Reifenpanne
wir immer wieder tolle Stalaktiten und Stalagmiten passiert haben. Der Weg
war sehr rutschig und gefaehrlich, aber wir haben alles gut ueberstanden.
Nach dem Abstieg konnte man sich ueber ein Seil in einen tuerkisgruenen Fluss
schwingen lassen, was fuer viele eine willkommene Abkuehlung war. Nach der
Haelfte des Weges kam die unvermeidliche Reifenpanne (irgendwie passiert mir
das immer in Asien :), was nach etwas Schieben zu intensivem Kontakt mit den
Bewohnern des nahegelegenen Dorfes Phonxay gefuehrt hat. Nachdem wir uns mit
Haenden und Fuessen verstaendlich gemacht hatten, wurde der Reifen mit
praehistorischen Werkzeugen und Methoden geflickt und hat dann auch
tatsaechlich gehalten. Zum Abschied wurden wir von den Maennern des Dorfes
noch zu einem selbstgebrannten Reiswhisky (LaoLao) eingeladen, der gar nicht so
schlimm war wie befuerchtet (die Einheimischen spucken ihn immer gleich
wieder aus!?). Schliesslich haben wir es gerade noch vor Einbruch der
Dunkelheit nach Hause geschafft.
Auf dem Weg zur Python Cave
Zwei Kanadier, die wir schon im Bus nach Vang Vieng getroffen hatten, haben
uns abends von einer tollen Hoehle namens "Python Cave" erzaehlt, die noch in
keiner Karte und keinem Fuehrer verzeichnet war, und die sie zufaellig gefunden
hatten. Da wir auf der Fahrradtour ein handgemaltes Hinweisschild zur Hoehle
entdeckt haben (zwischen den Doerfern Phonxang und Napo), haben wir uns am
naechsten Tag kurzentschlossen ein Moped geliehen, und sind dorthin gefahren.
Mit dem nicht gelaendetauglichen Moped ueber
holprige Sand- und Staubpisten, die wackligen Brueckenkonstruktionen und
durch Flussfurten zu fahren, war dann wieder sehr abenteuerlich.
"Diamanten" in der Finsternis
Schliesslich haben wir die Python Cave gefunden und der freundliche
Grundpaechter, der vor der Hoehle mit seiner Familie lebt, hat uns erzaehlt,
dass die Hoehle erst vor wenigen Monaten durch ihn entdeckt wurde und erst
seit 4 Wochen zugaenglich gemacht wurde. Ein Junge hat uns durch einen engen
Eingangsschlund schliesslich ueber eine Stunde in die Tiefe gefuehrt. Diese
Tour hat sich dann aber absolut gelohnt: die beeindruckende lange Hoehle,
die sich noch weit tiefer als Tam Phoukam in den Fels gebohrt hat,
ueberrascht immer wieder mit bizarren, fast organischen Felsformationen, die
stellenweise an Gemaelde von H. R. Giger (Alien) erinnern. Und zu allem
Ueberfluss glitzern die Tropfsteine und Felsen an vielen Stellen wie
Diamanten. Nach genaurer Untersuchung vermuteten wir Quarz als Ursache des
Phaenomens.
Wegen der stressigen Anreise und weil es uns hier sehr gut gefaellt - diese Kombination aus relaxter Atmosphaere und toller Landschaft - haben wir uns spontan entschieden, noch ein paar Tage dranzuhaengen. Schliesslich duerfen wir und das Tubing in einem LKW-Schlauch auf dem Nam Xong nicht entgehen lassen! Um uns das zu verdienen, machen wir aber vorher noch eine Kajak und Caving-Tour in der Umgebung...
Paddeln im Akkord
Diese "Vang Vieng Experience" genannte Tour mit dem lokalen Eco-Tourveranstalter
Green Discovery
hat uns einen wunderschoenen Tag beschert. Nach einer kurzen Einweisung
durch den Guide sind wir einige Kilometer noerdlich von Vang Vieng in See
gestochen und hatten erst einmal ziemlich mit der Navigation zu kaempfen (reagiert
irgendwie nie so wie es soll, so ein Kajak ;-). Nach dem wir in der ersten
Stromschnelle zielsicher auf dem einzigen Felsen in der ganzen Kurve
gestrandet sind, haben wir unsere Navigationsfaehigkeiten schrittweise verbessert.
Der Fluss fuehrt durch wunderbare Landschaft in der einzigartigen Karstkulisse, vorbei
an einfachen Fischern, waeschewaschenden Frauen und einer im Wasser
Abkuehlung suchenden Wasserbueffelherde. Nach einiger Zeit haben wir unseren
Das Wasser steht (fast ;-) bis zum Hals
ersten Stop gemacht und eine Mini-Trekkingtour ueber einen Karstfelsen
gemacht. Von der Rueckseite aus ging's dann in die Hoehle Tham Nam Thaem, die an sich
nicht wirklich spektakulaer ist, aber die von der Einheimischen mit Fackeln
als Transportweg durch den Fels genutzt wird. Danach gab's gegrillte Spiesse
mit Reis aus einem Bananenblatt zum Lunch. Koestlich! Die weitere Kajaktour
fuehrte uns bei der naechsten groesseren Stromschnelle wieder geradewegs ins
Strauchwerk der Uferboeschung, aber als wir uns dort wieder von Felsen und
Baeumen befreit hatten, bekamen wir die Steuerung aber langsam in den Griff.
Nach diesen Naturerlebnissen kamen wir langsam in den Partyzone-Umkreis von
Vang Vieng. Der naechste Stop war eine "Water Jumping"-Bar, eine Bambus-Liegewiese mit
droehnend lauter Musik, an der man nach Verkoestigung eines Getraenkes von einer
10-15 Meter hohen Baum-/Holz-/Bambusplattform an einem Schwingseil oder einer Seilbahn
in die Tiefe stuerzen konnte, um dann schliesslich aus frei waehlbarer Hoehe
in den Fluss zu springen. Nach leichten anfaenglichen Bedenken dann doch
eine Riesengaudi! Kurz darauf haben wir die "Schlafhoehle" Tham None
erreicht, in der im 2. Indochinakrieg ueber laengere Zeit ueber 2000
Menschen Unterschlupf gefunden haben. Ehemalige Kochstellen und Gruben fuer
Wertsachen und Toiletten zeugen aus dieser Zeit. Ein seltsamer Kontrast, die
Erinnerung an die lange Leidenszeit der Bevoelkerung des geschundenen Landes,
das bis vor 30 Jahren immer wieder von allen Seiten bedraengt und
angegriffen wurde, kurz nach droehnenden Boxentuermen mit brechend lauter
Partymusik... Die Hoehle selbst war zwar weniger exotisch als unsere
bisherigen Hoehlentouren, dafuer aber umso abenteuerlicher zu erforschen.
Den Einstieg erreicht man nur durch huefthohes Wasser watend, und ohne
diverse Kletteraktionen, bei der denen man jeden Schritt genau vorplanen
musste, ging's nicht weiter. Abends merkte ich dann, dass mein Koerper wohl
nicht fuers Kajaking gebaut ist, da ich Stellen spuerte, deren Existenz mir
bislang unbekannt waren. ;-) Nichtsdestotrotz haben wir uns an diesem Abend
nach leckerem Essen im abseits der Hauptstrasse gelegen "End of the World Cafe"
noch etwas Spass bei netter elektronischer Musik in einem verwunschenen Garten (einer
psychedelisch eingerichteten Open-Air-Bar) auf Vang Vieng's Insel gegoennt.
Am naechsten Tag haben wir uns beim legendaeren Tubing auf dem Fluss Nam Xong
entspannt: man laesst sich stundenlang mit (oder ohne) einem Beer Lao an Bord :) auf
riesigen LKW-Schlaeuchen ueber den Fluss treiben, und wird auf Wunsch immer wieder
von diversen "Tubing-Tankstellen" am Ufer an Land gezogen, bei denen man neben
Getraenke-Nachschub die verschiedensten "Water Jumping"-Varianten ausprobieren kann.
An einem weniger hohen Teil hat's dann auch Tanja gewagt und Gefallen daran gefunden.
Insgesamt ist das Tubing ein Riesenspass, bei dem man wunderbar entspannen kann -
mit dem wahren Laos hat das Ganze allerdings herzlich wenig zu tun...
[Video: Water Jumping in Vang Vieng (AVI 3,50 MB)]
Am Mekong in Luang Prabang
Nach diesem skurrilen Abschlusstag in Vang Vieng sind wir am Folgetag durch
grandiose Karst- und Berglandschaften per Bus von Vang Vieng nach Luang
Prabang gefahren. Dort haben wir erst einmal Blut und Wasser geschwitzt, da
wir zwei Tage zuvor im 6 Busstunden entfernten Vang Vieng unsere Paesse im
Guesthouse zur Visaverlaengerung in der Haupstadt Vientane abgegeben hatten und
wir diese vor der Abreise in Vang Vieng nicht zurueckbekommen hatten -
irgendwas war schiefgelaufen. Die Guesthouse-Besitzerin hat uns aber morgens
versichert, dass sie die Paesse per Flugzeug von Vientane nach Luang Prabang
bringen lassen wuerde, wo wir sie in einem kleinen Laden abholen sollten.
Die Entscheidung, ohne unsere Paesse weiter zu reisen fiel uns sehr schwer,
aber aufgrund unserer begrenzten Reisezeit in Laos haben wir wieder einmal
dem Schicksal vertraut. Und siehe da, abends haben wir in Luang Prabang dann
tatsaechlich unsere Passe ausgehaendigt bekommen! Naja, Ende gut, alles gut
- irgendwie funktioniert dann doch immer wieder alles in Asien... :)
An unserem einzigen Abend in Luang Prabang, das wir ja schon vor 2 Jahren lieben gelernt hatten, haben wir nochmal einen schoenen Sonnenuntergang am Mekong erlebt (ein kleines Deja Vu fuer uns), bevor wir unsere Reise per Slow Boat den Nam Ou Fluss stromaufwaerts gen Nord-Laos begonnen haben.
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Das Boot nach Nong Khiaew
Der erste Abschnitt der Bootsreise fuehrte uns von Luang Prabang nach Nong
Khiaew (Nong Khiao), und obwohl man uns sagte, dass nur 12 Personen auf's
Boot kommen, wurde es mit 16 Leuten vollgestopft. Das resultierte in
minimaler Beinfreiheit, was zusammen mit den kleinen niedrigen Holzschemeln,
auf denen man sitzt, bei der 8-stuendigen Fahrt am Ende zu einer kleinen
Tortur wurde. Die sehr schoene Fahrt selbst hat dafuer aber vollkommen
entschaedigt. Zuerst ging es ein kleines Stueck den Mekong hinauf (waehrend
hier die gemeingefaehrlichen Speedboats mit behelmten Passgieren an uns
vorbei rauschten), bis wir an der Flussmuendung des Nam Ou dann
stromaufwaerts auf diesen abgebogen sind. Auf dem Nam Ou ging es dann viel
ruhiger zu, und die Fahrt fuehrte uns durch schoene Berglandschaften vorbei
am idyllischen Leben am Fluss. Immer wieder Fischerboote,
Wasserbueffelherden am Ufer, kleine Huettendoerfer, winkende und rufende
Kinder, Gemuesegaerten an der Uferboeschung und sich im Fluss waschende
Menschen. Ab und an ging's durch ein paar Stromschnellen, was manchmal in
dem kleinen und niedrigen Boot ziemlich nass wurde. Da der Nam Ou in der
Abends in Nong Khiaew
Trockenzeit wenig Wasser fuehrt, mussten wir einmal aussteigen und 15
Minuten am Ufer laufen, da das vollbeladene Boot sonst nicht durch die
Felsen gekommen waere. Nach einigen Stunden tauchten dann die ersten
schroffen Karstfelsen auf, die uns ankuendigten, dass wir uns unserem Ziel
naehern. Nach 8 Stunden haben wir dann Nong Khiaew erreicht und uns
entschieden, fuer eine Nacht dort zu bleiben, da wir wirklich nicht mehr
sitzen konnten und deshalb eine weitere Stunde nach Muang Ngoi Neua nicht
mehr ausgehalten haetten. Das kleine Dorf Nong Khiaw, das nur sehr
rudimentaere Unterkuenfte bietet, liegt in fantastischer Karstlandschaft,
und von der wunderschoenen Aussichtsterrasse unseres Guesthouses konnten wir
ein tollen Sonnenuntergang ueber dem Nam Ou geniessen. Hier haben wir den
Englaender George kennengelernt, mit dem wir so einen witzigen Abend bei
Unmengen Beer Lao verbracht haben, dass wir am naechsten Tag zusammen
weitergereist sind. Hier war es zum ersten Mal nachts bitter kalt, eine
Erfahrung, die wir ab jetzt in Nord-Laos immer oefter machen sollten: Heisse
Tage und teilweise empfindlich kalte Naechte...
Am naechsten Morgen lag das ganze Dorf und die Karstberge in dichtem Nebel, der sich zaeh ueber dem Fluss hielt und das Ganze mit einer mystischen Atmospaere versah. Wir wollten dann eigentlich nur kurz in das naechste Dorf eine Stunde flussaufwaerts fahren, mussten uns aber erst noch in der ersten Tugend fuer Laos-Reisende (das Land, in dem alles gaaaaanz langsam geht) ueben: Warten. Nach eineinhalb Stunden waren dann endlich genug Leute fuer ein Boot gefunden, und bis dahin konnte wir das bunte Treiben am Bootsanleger beobachten. Das Highlight war ein alter Moench in der ueblichen orangefarbene Kutte, aber zusaetzlich mit Schirm und safranfarbener Strick-Pudelmuetze - ein Bild fuer Goetter! Nach einer Stunde Bootsfahrt haben wir schliesslich Muang Ngoi Neua erreicht, das in einer nicht weniger atemberaubenden Karstkulisse liegt. Die Besonderheit dieses Fleckchens ist, dass es nur per Boot erreicht werden kann, was so etwas wie Insel-Feeling hervorruft. Insgesamt ein wunderbar entspannter und angenehmer Ort, in dem man nur durch die omnipraesenten Streubombenhuellen aus der Traeumerei gerissen wird.
Laos haelt ja aus dem zweiten Indochina-Krieg den traurigen Rekord, auf
seine Flaeche bezogen das meistbombardierteste Land der Erde zu sein. Im
sogenannten "Geheimen Krieg" haben die Amerikaner seit 1964 zuerst gezielt,
dann flaechendeckend dieses arme Land bombardiert (bewusst auch zivile Ziele
wie Bergdoerfer, unter anderem, um die vietnamesischen Truppen von
Verpflegung und Unterkunft abzuschneiden). Erst 1970 haben sie dann
ueberhaupt eingestanden, in dieser Region Krieg zu fuehren, in einem Land,
von dem niemals selbst eine Aggresion ausging (siehe auch Sued-Laos und
Kambodscha in meinem
Reisebericht von 2004).
Heute werden die Traegerbombenhuelsen, die
frueher hundertfach todbringende kleine Splitterbomben enthielten, von den
Einheimischen als Baumaterial, fuer Schilder und fuer andere Zwecke
eingesetzt.
Mittags bin ich dann mit George auf eine kleine Trekking-Tour gegangen, waehrend Tanja sich in der Haengematte ausgeruht hat. Nach einiger Zeit haben wir einen Hoehleneingang erreicht, der von einem in die Hoehle reichenden Wasser-Pool durch Sonnenreflektionen mit tanzenden glitzernden Strukturen ueberzogen wurde. Aus der grossen Eingangshalle der Hoehle hoerten wir wunderschoene Floetentoene, die durch den Hall der Hoelenwaende noch verstaerkt wurden und mich wie in "Herr der Ringe" fuehlen liessen. Bei einer kurzen Hoehlenerkundung haben wir dann einen aelteren Franzosen mit langen weissen Haaren gefunden, der in der Hoehle Querfloete spielte. Nach einem kurzen Bad im Pool begegnete uns auf dem Weg ein Junge, der etwas Grosses auf dem Ruecken trug. Wir konnten es nicht glauben: es war eine der riesigen Bombenhaelften! Was fuer ein bizarrer Anblick in dieser friedlchen Landschaft... Eine weitere Stunde spaeter, vorbei an Reisfeldern und Karstkegeln haben wir dann ein einfaches Dorf erreicht, in dem eine Bombenhuelle auf Bambusrohren als Kraeutergarten verwendet wurde. Hier konnte ich mich prächtig amüsieren, als George sich ein spitzes Streitgespräch mit einem Nordeuropäer lieferte, der seit Monaten in dem Dorf wohnte und sich ein wenig wie der weise Haeuptling fuehlte (George: "This sounds pretty much like a Frank Zappa song" ;-). Der anschliessende Abend im Phetdavan Guesthouse mit George, 3 Italienern und Van, der 19-jaehrigen extrem witzigen Mitbetreiberin des Guesthouses, war der lustigste Abend unserer bisherigen Reise. Schweren Herzen haben wir uns am naechsten Morgen verabschiedet, da wir wegen eines geplanten Trekking-Termins, der nicht allzu oft angeboten wird, etwas unter Zeitdruck waren. Ach, wie gerne waeren wir noch in Muang Ngoi Neua geblieben, da es uns hier aussergewoehnlich gut gefallen hat...
Muang Khoua
Fuer den naechsten Abschnitt unserer Reise stromaufwaerts mussten wir uns
gemeinsam mit 3 anderen Leuten ein ganzes Boot chartern. Die -wie wir
gelesen hatten- einzigartige Kulisse der ersten 2 Stunden der Fahrt blieb
uns aber wegen dichtem Nebel komplett verwehrt. Auf der anderen Seite
erzeugte der Nebel ueber den von dichtem Dschungel bewachsenen Ufern eine
sehr spezielle, gleichzeitig unheimliche und friedvolle Atmosphaere. Nach 5
Stunden mit aehnlich schoenen Eindruecken wie am ersten Bootstag haben wir
in Muang Khoua, das nur 50 km von der vietnamesischen und etwa 100 km von
der chinesischen Grenze entfernt liegt, schliesslich den Endpunkt unserer ersten
Bootsreise erreicht. Hier sind wir direkt vom Ufer zu unserem Guesthouse
gelaufen, das 15-20 Meter ueber dem Strand thronte. Der Aufstieg mit vollem
Gepaeck ueber extrem steile, wacklige und baufaellige Holzlattenstiegen war
lebensgefaehrlich! Nach einem kurzen Drink auf der Aussichtsteresse des
Guesthouses haben wir Muang Khoua erforscht. Die Ort selbst bietet wenig
Spektakulaeres, aber ueber eine imposante Haengebruecke, die im zweiten
Indochinakrieg mit von den Vietnamesen erbaut wurde, erreichten wir ein
Khmu-Dorf. Der Gang ueber die schwingende und aechzende Bruecke mit
niedrigen Drahtseilgelaendern, die in ca. 50 Meter Hoehe den Fluss Nam Phak
ueberspannt, war ein echtes Abenteuer (insbesondere, wenn gleichzeitig noch
mehrere Mopeds darueber fuhren), und es bedurfte einiger Ueberredungskunst,
Tanja zum Gang auf die andere Seite zu bewegen (Respekt, dass sie es trotz
ausgepraegter Hoehenangst gewagt hat!).
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Auf dem Weg nach Luang Nahmtha
Wieder einen Tag spaeter sind wir per Bus Richtung Westen aufgebrochen.
Schon nach wenigen Minuten sahen wir einen kleinen Truck, der durch ein
Brueckengelaender in ein kleines Flusstal gestuerzt war. Ein seltsames
Prozedere: unser Bus (in dem wir die einzigen Auslaender waren) haelt an,
alle Laoten springen raus, gaffen eine Minute, kommen im Gaensemarsch wieder
rein, und der Bus faehrt weiter. Auf der bergigen Strecke fingen dann nach
kurzer Zeit die ersten Einheimischen an, sich zu uebergeben, was sich wie
eine Epidemie ausbreitete. Unsere MP3-Player konnten uns zwar vor den
Geraeuschen, aber leider nicht vor den Geruechen schuetzen. :) Nach unserer
Ankunft in Oudomxai war wie ueblich wieder Warten angesagt, aber nach
zweieinhalb Stunden waren dann auch genug Menschen gefunden, um den
naechsten Anschluss-Bus nach Luang Namtha komplett zu ueberfuellen.
Gottseidank konnten wir einen Sitzplatz (wenn auch in Zwergen-Sitzgroesse)
ergattern, und mussten nicht auf Reissaecken oder gebratenem Fleisch in
Koerben sitzen. Die folgende Strecke war die schlechsteste, die wir bisher
Wasserbüffel und Reisfelder
in Laos erlebt hatten - ueberall Schlagloecher und soviel Staub, dass wir uns
an Kambodscha erinnert fuehlten und uns zum Atmen etwas vor Mund und Nase
halten mussten. Da es hier kein Kotztueten gab, haben die Eltern ihre Kinder
senkrecht aus dem Fenster gehalten, damit diese ihren Mageninhalt loswerden
konnten. Da sie nicht nicht immer schnell genug waren, gab's huebsche Muster
auf den Busscheiben... Sic! Vor Luang Namtha haben wir vom Bus aus einen der
tollsten Sonnenuntergaenge unseres Lebens gesehen: Glutroter Himmel ueber
bewaesserten Reisfelder von sanfter Bergkulisse... Durch den spaeten Anschluss
in Oudomxai sind wir dann erst bei Dunkelheit in Luang Namtha angekommen,
und haben zuerst kein Guesthouse gefunden. Ein nette Familie eines vollen
Guesthouses hat uns dann aber ob der Verzweiflung in unseren Gesichtern erst
einmal Tee und Pommes angeboten, und nach einigem Suchen haben wir doch noch
eine Unterkunft gefunden.
That Phoum Pouk
Am naechsten Tag hatten wir Einiges zu organisieren (Trekking, Bootcharter
fuer die Weiterreise usw.) und haben anschliessend eine Mountainbike-Tour rund
um Luang Namtha gemacht. Bei der ersten Station, einem goldenen Stupa auf
einem Huegel (als Ersatz fuer die Truemmer eines stuckverzierten alten
Stupa, der im zweiten Indochinakrieg gleich zweimal von einer Bombe
getroffen wurde), haben wir einge Kinder getroffen, denen wir grosse Freude
mit Luftballons und vor allem mit unseren Bildern aus unserer
Mini-Polaroid-Kamera machen konnten. Anschliessend ging's durch
diverse Doerfer, in denen die freundlichen Menschen sich riesig gefreut
haben, wenn man vorbeifuhr und laotisch mit "Sabaidee" gegruesst hat. Nach
einer kleinen Odyssee auf einer riesigen Staubpiste in die falsche Richtung
haben wir schliesslich - dick eingestaubt von den vielen Trucks - wieder den
richtigen Weg gefunden. Durch die Verspaetung kamen wir dann auch per
Fahrrad in der Genuss des fantastischen Sonnenuntergangs ueber den
idyllischen Reisfeldern.
| Seitenanfang | | | Fotogalerie 3 |
Auf in den Dschungel
Tags drauf haben wir dann gemeinsam mit drei Israelis und zwei Guides von
Green Discovery unsere 3-taegige, "Forest Camp" genannte Trekking-Tour durch den
Nam Ha NPA
(Nationalpark/Naturschutzgebiet) gestartet. Erste Station war das Khmu-Dorf Ban Don Say,
wo erst einmal von unseren Guides Nahrung gekauft und unter grossen Aufruhr
eine Ente gefangen wurde. Als wir das gesehen haben, haben wir wieder schwer
darueber nachgedacht, doch Vegetarier zu werden. Die ersten
Trekking-Kilometer fuehrten uns durch dichten Dschungel, bis wir
schliesslich an einem Bach zum Lunchbreak anhielten. Auf riesigen
Bananenblattern wurde das Essen seviert, das mit "Sticky Rice"-Baellchen mit
den Fingern gegessen wurde. Nach weiteren zwei Stunden durch abwechselnde
Nam Ha National Protected Area
Sekundaerurwaldgebiete und Bambushaine haben wir -leider schon am
fruehen Nachmittag und viel zu frueh am Tag- zwei
kleine Schilf- und Bambushuetten, unsere Unterkunft mitten im Dschungel,
erreicht. Waehrend Tanja und ich noch die Gegend erforscht haben, haben die
Guides und 2 Khmu-Maenner das Abendessen zubereitet. Hierzu wurde sehr
gewoehnungsbeduerftige "Duck Soup" mit Knochen und Innereien in 2 grossen
Bambusrohren lange ueber dem Feuer gekocht. Die Suppe enthielt ausserdem
Rattan als Gemuese - bisher kannten wir das nur zur Moebelherstellung, aber
nicht zum Essen. Aber das Innere der Rattan-Flechten kann sogar auch roh
gegessen werden, schmeckt gar nicht schlecht. Nach einem netten Kartenspiel
bei Kerzenschein mit den Israelis gings dann um halb zehn ins Bett. Leider
wurden die wunderbaren Urwaldgeraeusche um uns herum immer wieder vom
Schnarchen unseres Guides uebertoent. ;) Die Nacht hat uns dann vor unsere
haerteste Kaelteprobe gestellt: nur ausgeruestet mit einem duennen
Schlafsack und einer leichten Decke, wurde es wirklich saukalt (geschaetzte
Kuehlschranktemperatur). Gottseidank hatten wir lange Unterwaesche und
Fleece-Pullis mitgeschleppt, sonst waere wohl an Schlaf nicht zu denken
gewesen.
Gegrillter Frosch zum Frühstück
Der zweite Tag begann mit einem aussergewoehnlichen Fruehstueck: neben dem
ueblichen Sticky Rice (zu allen Tageszeiten, diesmal mit Eiern) und der
omnipraesenten gut scharfen Chilipaste ("the king of Lao table") gabs
gegrillten Frosch. Aussergewoehnlicher Start in der Tag... Beim weiteren
Trekking haben wir viele Voegel, tolle bunte Schmetterlinge und
ungewoehnliche trichterfoermige Spinnennetze gesehen, in denen regelmaessig
die Spinne am Trichterende lauerte. Zum Lunch wurden dann die besseren
Stuecke der Ente ueber dem Feuer gegrillt, und neben Rattan gab's
Bananenblueten (schmeckt so aehnlich wie Artischocken) und exotische
stielartige Blumen. Erstaunlich, was man alles Essen kann, und wie alles nur
mit natuerlichen Mitteln zubereitet werden kann.
Lunch auf Bananenblättern
Nachmittags haben wir dann wie die Bergdorfbewohner im Fluss gebadet und uns
gewaschen, um spaeter das Akha-Dorf, in dem wir die naechste Nacht
verbringen sollten, sauber und ordentlich zu erreichen (ein Zeichen von
Respekt). Hierbei wurde jeder Handgriff, das Waschen und das Umziehen unter
Sarongs gebannt von 2 kleinen Akha-Maedchen beobachtet, die sich
anschliessend mit ihren grosen Flechtkoerben, die ueber ein Band am Kopf und
einer Art Schulter-Halfter aus Holz auf dem Ruecken getragen werden, in
unseren Trek eingereiht haben. Kurz vor dem Dorf sind sie dann
vorausgerannt, um den Besuch anzukuendigen. Nach dem Durchschreiten eines
mystischen Tores, das dem animistischen Glauben der Bergvoelker entsprechend
die boesen Geister aus dem Dorf fernhalten soll, lag das 226-Seelen-Dorf Ban Nammat Mai
mit seinen einfachen Huetten an einen staubigen Berghang schliesslich vor uns.
Ueberall Schweine, Huehner, Hunde und spielende Kinder!
[Video: Schwenk über das Akha-Dorf (AVI 4,45 MB)]
[Video: Dorfjugend beim Sepak Takraw Spiel (AVI 3,03 MB)]
Die Akha sind ein Volksstamm tibeto-burmesischen Ursprungs, der im 16. und 17. Jh. aus der tibetischen Hochebene eingewandert sind. Sie leben sehr zurueckgezogen in Bergdoerfern und haben animistischen Glauben, nach dem auch heute noch Tieropfer gebracht werden. Die Akha sind poligam, aber nur noch wenige Maenner koennen sich aus Armut mehr als eine Frau "leisten". Die Frauen tragen ihr gesamtes Vermoegen in Form von Silberstuecken (oder heutzutage Muenzen) auf einem praechtigen Kopfgeschmeide. Angeblich legen sie dieses nicht einmal zum Schlafen ab.
Wir wurden in der Gaestehuette auf dem Huegel untergebracht, unter deren Stelzen sich Schweine und Huehner tollten. Bei einem kurzen Spaziergang ins Dorf winkte uns noch ein verletztes Maedchen herbei, dem wir dann versucht haben, so gut es ging zu helfen und den zerschnittenen und entzuendeten Fuss zu verarzten. Abends wurde ein festliches Mahl bereitet, an dem der Vize-Haeuptling und 2 weitere Akha-Maenner teilnahmen. Der Tradition entsprechend musste vor dem Essen noch ein komplette Flasche Akha-Schnaps, der in der Flasche mit grossen Pflanzenstuecken versehen war, in der Runde reihum getrunken werden. Anschliessend kamen wir in den Genuss einer traditionellen Massage durch junge Akha-Maedchen, die den Gebraeuchen entsprechend jedem Besucher zuteil wird, der den langem Weg ins Dorf auf sich genommen hat. Im Kerzenschein bei flackerndem Licht, waehrend draussen vor der Huette ein kleines Dorffest abgehalten wurde, war dies eine sehr aussergewoehnliche Erfahrung.
Chicken Barbecue
Den letzten Trekking-Tag starteten wir mit einem Akha-Mann, der
verschiedenste Vogelstimmen imitieren konnte und uns Voegel rufen wollte.
Leider konnten die Israelis niemals ihren Mund halten, so dass das nicht
geklappt hat. Erst auf eigener Erkundungstour in der Mittagspause gelang es
uns einige Voegel zu sehen. Beim Mittagessen wurde uns die letzte neue
Erfahrung zuteil, als wir aus Bambusrohren nicht nur Loeffel geschnitzt
bekamen, sondern auch Bambus assen. Drei Akha-Frauen, die an unserem
Rastplatz am Fluss vorbeikamen, haben sich gefreut, die Reste verputzen zu
koennen. Am Ende des Treks gingen wir am Fluss nochmal auf
Schmetterlingsjagd (mit der Kamera), bevor wir in einem Thai Dam-Dorf den
Endpunkt der Tour erreicht haben.
Nach diesen spannenden, aber auch archaischen Tagen haben wir uns an
diesem Abend mit dem
Boat Landing Guesthouse,
das als eines der 4 besten laotischen
Restaurants genannt wird, eine Luxusunterkunft am Nam Ta gegoennt. Auf
diesem Fluss fahren wir morgen in einer 2-taegigen Bootstour (fuer die wir
eigens zu zweit ein Boot chartern mussten) nach Houay Xai, von wo aus wir
die Grenze nach Thailand ueberqueren wollen.
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Zwei Tage auf dem Longtailboat
Unsere letzten Tage in Laos haben wir in Form eines 2-taegigen Slowboat-Trips
von Luang Namtha nach Houay Xai verbracht. Eigentlich hatten wir gehofft,
dass sich waehrend unserer Trekking-Tour noch andere Leute fuer das seltene
Boot (das wir schon mehrere Tage zuvor beim Boat Landing Guesthouse extra
gechartert hatten) anmelden wuerden, aber dem war nicht so, so dass wir die
erheblichen Kosten (136 USD!) zu zweit tragen mussten. Aber dadurch hatten
wir das Boot immerhin fuer uns und genug Platz für unsere Beine. In dem
offenen Longtailboat, einer maximal 1 Meter breiten, aber ca. 10 Meter
langen und niedrigen Nussschale ohne Sitze, sind wir dann den Fluss Nam
Tha stromabwaerts bis zum Mekong gefahren. Das Boot wurde vom Kapitaen am
Motor und 2 Bootsjungen am Bug navigiert, wobei letztere mit Bambusstoecken
und Paddeln zum Teil schwer arbeiten mussten, um das Boot auf dem Fluss (mit
teilweise sehr niedrigem Wasserstand) durch Stromschnellen, Felsen und im
Wasser wachsende Buesche hindurchzulenken. In ein paar brenzligen Situationen
ist das Boot aufgesetzt, hat aber keinen Schaden genommen...
Der erste Tag fuehrte uns durch beeindruckende Dschungellandschaften, in denen wir am Morgen Unmengen bunter und exotischer Voegel gesehen haben. Darunter waren auch ein Bussard, verschiedene Reiherarten und viele Eisvoegel (Kingfisher) beim Fischen (im Sturzflug ins Wasser tauchend).
Der Fluss fuehrte uns vorbei an einfachen Huettendoerfern, Maennern, die mit ihren Fischernetzen brusthoch im Wasser standen, Frauen, die Seegras/Flussalgen zum Essen sammeln, den allgegenwaerigen Wasserbueffeln am Ufer und im Wasser, und natuerlich immerwieder Gruppen von kleinen Kindern, die uns begeistert zugewunken haben. Als in der Mittagspause die Bootsbesatzung zum Flussalgen Sammeln die Kleider ablegte und wir die muskuloesen, gutgebauten Koerper sahen, habe ich mir kurzzeitig ueberlegt, ob ich auf meine alten Tage nicht Bootsjunge in Laos werden sollte. ;-) Die Spaetnachmittagstunden, mit der tiefstehenden, tausendfach auf der Wasseroberflaeche reflektierenden Sonne, den wunderbaren Impressionen vor Augen und den warmen Klaengen von The Cure's "Disintegration" auf den Ohren, waren fuer mich eines der schoensten und tiefgehensten Erlebnisse der ganzen Reise...
In the middle of nowhere
Gegen 17h haben wir dann in Ban Kan Mon(?), einem kleinen Fischerdorf
suedlich von Ban Nale, in dem die Bootsmannschaft zu Hause ist, angelegt.
Hier, inmitten im Nirgendwo, waren weit und breit keine Auslaender und auch
keinerlei wie auch immer geartete (touristische) Infrastruktur zu finden.
Einer der Bootsjungen fuehrte uns -vorbei an Holzhuetten, Feuerstellen und
Frauen, die unter den Haeusern an Webstuehlen arbeiteten- zur Huette seiner
Familie, in der wir die Nacht verbringen sollten. Neben der Tatsache, dass
an ernsthafte Kommunikation nicht zu denken war, da niemand Englisch sprach,
war die Atmosphaere irgendwie seltsam und unangenehm. Von der sonst
erfahrenen Offenheit und Gastfreundlichkeit der Laoten haben wir nur wenig
gespuert, und wenn jemand kam, sollten wir immer irgendwas zu voellig
ueberteuerten Preisen kaufen, was wir aber nicht wollten. Zuerst dachten
wir, dass wir ohne irgendwas in der Kaelte auf dem Boden schlafen muessten,
aber nach dem undefinierbaren Essen, Unmengen von abgrundtiefen Ruelpsern
und ein paar Kommunkationsversuchen mit Woerterbuechern reichte man uns dann
zu unserer grossen Erleichterung doch noch duenne Matrazen, Decken und ein
Moskitonetz. Um 20:10h abends -vollkommen im laotischen Rhythmus, da es ja
sowieso nirgendwo Strom gab- war dann Bettzeit angesagt (noch nie haben wir
so dicht neben einer laotischen Grossfamilie genaechtigt). Wer mich kennt
weiss, dass ich noch nie in meinem Leben so frueh ins Bett gegangen bin. :)
Apocalypse Now
Aber auch diese nicht unbedingt angenehme Nacht haben wir ueberstanden, und
frueh am naechsten Morgen -nach einer scharfen Chili-Nudelsuppe zum
Fruehstueck- haben wir unseren Bootstrip fortgesetzt. Dichter Nebel lag
ueber Fluss und Dschungel und tauchte das Ganze in eine tolle und wundersame
Atmosphaehre, die stellenweise an die Bootsfahrt im Film "Apocalypse Now"
erinnert hat. Am Ufer waren anfangs riesige Menschengruppen zu sehen, die
wir beim Naeherkommen als Kinder identifizieren konnten, vielleicht um auf
Der letzte Morgen in Laos
ein Boot zur Schule zu warten? Zum Lunch gab's dann Flussalgen, unbekannte
Wurzeln und Sticky Rice. Nach aehnlich schoenen Eindruecken wie am ersten
Tag, hier aber auch mit idyllischen Fischreusen im Fluss, erreichten wir
nachmittags den grossen braunen Strom des Mekong. Einige Stunden
flussaufwaerts sind wir schliesslich in Houay Xai angekommen, dem
noerdlichsten laotischen Grenzposten zu Thailand. Gerade noch rechtzeitig
haben wir im Sonnenuntergang die Grenze passiert und den Mekong nach
Thailand ueberquert, wo wir gleich darauf mit einem Ueberlandtaxi nach
Chiang Rai gefahren sind und dort nach anderthalb Stunden Fahrt ankamen.
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Goldene Pracht in Chiang Rai
Chiang Rai habe ich das letzte Mal vor 15 Jahren (1991) gesehen, und ich
habe es nicht wiedererkannt. Die einfache Kleinstadt von damals ist zur
Touristenmeile mutiert, und nach den "very basic" Erfahrungen der letzten
Woche im armen Nachbarland Laos hat uns ein kleiner Schock ereilt. Eine
Stadt, die Reichtum ausstrahlt, so viele Autos, wie wir in ganz Laos nicht
gesehen haben, riesige Doppeldecker-Luxusbusse, eine Bank neben der anderen,
Toristenmassen (vor allem aeltere Leute und Rentner aus Europa, zum Teil im
Abendkostuem), nur noch ueberteuerte Touristenlokale (Pizza-,
Kaesebroetchen- usw. Schilder) und auf den ersten Blick kein richtiges
"einheimisches" Lokal zu finden. Kulturschock! Um der bizarren Atmosphaere
die Krone aufzusetzen, wurde zuletzt noch ein Elefant ueber die Hauptstrasse
gefuehrt, den Tanja begeistert mit Wurzeln gefuettert und gestreichelt hat.
Unsere Hütte im "Golden Bee" auf Koh Chang
Per Flugzeug sind wir dann nach Bangkok weitergeflogen und haben einen
Zwischenstopp in unserer zweiten Heimat, dem
New Siam 1 Guesthouse in
Banglampoo, eingelegt. Um Bangkok's Rush Hour zu vermeiden, haben wir uns
auf den einstuendigen Fussmarsch zum Southern Bus Terminal gemacht (und dabei
mal das "richtige" Bangkok am Abend gesehen), von wo aus es per
Nachtbus nach Ranong weiterging. Von Ranong haben wir uns morgens dann per Boot
nach Koh Chang (das "andere"/kleine Ko Chang an der thailaendischen Westkueste,
unter der burmesischen Grenze) uebersetzen lassen.
Unser letztes Reiseziel, die kleine Insel Ko Chang, hat uns noch ein paar Tage angenehmen Strandlebens beschert, dass nur durch die staendigen Sandfliegen (Sandfloehe?) getruebt wurde (gibt boese Stiche, die sich immer gleich entzuenden). Ko Chang ist erfreulicherweise verschont geblieben vom Bau- und Pauschaltourismus-Boom, der die letzten 10 Jahre auf Thailands Inseln "gewuetet" und eine Trauminsel nach der anderen entstellt hat. Hier ist alles noch so, wie ich das vor 15 Jahren auf dem oestlichen, "grossen" Ko Chang kennengelernt hatte: lange Sandstraende, nur einfache Huettenunterkuenfte, keine Autos oder Strassen und Elekrizitaet nur von 18-22 Uhr. Nach unseren Abenteuern in Laos haben wir mal richtig die Seele baumeln lassen und ausser Gammeln, Schwimmen und Lesen nichts getan (drum kennen wir auch nur "unseren" Strand auf der Insel und sonst nichts :). In Strandrestaurant unseres netten Guesthouses "Golden Bee" haben wir dann noch Anne und Michael aus Reutlingen kennengelernt, mit denen wir die letzten schoenen Abende auf der Insel verbracht haben.
Gut erholt von vier Tagen Strandleben, ging's dann auf die "Flying Carpet",
das Tauchboot von
Aladdin Dive Cruise.
Die Tauchsafari fuehrte uns durch die
weit vom Festland entfernten Tauchparadiese der Andaman Sea (Richelieu
Rock, Surin Islands und Similan Islands). Mit Mantas oder Walhaien hat's
zwar diesmal nicht geklappt (wenn wir auch einen Manta nur um 5 Minuten
verpasst haben...), aber wir hatten mit unseren netten Guides Balou und
Heiko wunderschoene Tauchgaenge in toller Unterwasserlandschaft mit vielen
anderen interessanten Meeresbewohnern (Leopardenhaie, Schildkroeten,
Riffhaie, zum ersten Mal ein Seepferdchen, grosse Schwaerme riesiger Barrakudas,
eine Schule ausgewachsener Bueffelkopf-Papageienfische usw. usw.). Auch mit
der Besetzung des Bootes hatten wir grosses Glueck: Obwohl das Boot mit
17 Tauchern, 4 Guides und der Boots-Crew ziemlich ueberfuellt war, war ueber
die ganze Zeit immer prima Stimmung an Bord, da alle Leute ziemlich auf der
gleichen Wellenlaenge waren und wir so viel Spass hatten. Wegen
Kompressorausfalls und Maschinenproblem kamen wir am letzten Tag zwar
ziemlich chaotisch und viel zu spaet fuer unseren bereits gebuchten Nachtbus
in Ranong an, aber wir hatten Glueck und sind mit tatkraeftiger Mithilfe von
Balou doch noch nach Bangkok gekommen.
[Video: Tauchen am Richelieu Rock (AVI 5,04 MB)]
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[zur Fotogalerie der Tauchsafari]
In Bangkok haben wir uns dann nochmal dem alljahrlichen Shopping-Rausch
hingegeben (diesmal im
Mah Boon Krong Shopping Center (MBK),
einem der groessten Einkaufszentren der Stadt) und uns abends durch die
Leckereien der Strassenstaende in Banglampoo "durchgefressen".
Heute nacht geht's dann zurueck in die Kaelte - hoffentlich hat sich das Klima in Deutschland etwas gebessert, sonst werden wir den sicheren Erfrierungstod sterben... ;-)
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Texte © 2006 Rainer Kuhn, *Fotos © 2006 Tanja Kuhn, Rainer Kuhn. Alle Rechte vorbehalten.