Reisebericht Laos und Kambodscha, 29.01.-15.03.2004

© Rainer Kuhn, 2004-2007     Homepage www.asiatravels.de

Der folgende Reisebericht meiner Reise mit Tanja durch Laos und Kambodscha setzt sich aus weitgehend unbearbeiteten Emails zusammen, die ich waehrend unserer Reise in Internetcafes verfasst und in unregelmaessigen Abstaenden verschickt habe. Zu einem spaeteren Zeitpunkt (wenn alle Dias gerahmt/sortiert und dann irgendwie digitalisiert worden sind) soll das Ganze noch mit Fotos ergaenzt werden...

Fragen, Anregungen sowie Spenden zur Anschaffung eines Dia-Magazinscanners ;-) bitte an rainer@asiatravels.de.

Print Reisebericht drucken


Teil 1: Quer durch Laos: Von Luang Prabang nach Pakse (30.01.-09.02.04)
Teil 2: Von Sued-Laos nach Kambodscha (10.02.-16.02.04)
Teil 3: Rattanakiri bis Phnomh Penh (16.02.-22.02.04)
Teil 4: Durch Sued-Kambodscha nach Kompong Thom (23.02.-01.03.04)
Teil 5: Expedition ins zentralkambodschanische Hinterland (01.03.-06.03.04)
Teil 6: Von Siem Reap (Angkor) ueber Bantey Chmar nach Bangkok (07.03.-14.03.04)



Quer durch Laos: Von Luang Prabang nach Pakse
(30.01.-09.02.2004)

Sabaidee!

Nach unserer langen Anreise ueber Frankfurt-Bahrain-Bangkok sind wir nahezu ohne Schlaf am 30.01. in Luang Prabang, Laos' alter Koenigsstadt, angekommen. Wir haben ein nettes Guesthouse mit Blick auf den Fluss (spielende Kinder,kleine Moenche usw.) gefunden, der Besitzer hat in Berlin BWL studiert! Nachdem wir dann erstmal um Geldwechsel kuemmern mussten und anschliessend der Schlafkrankheit verfallen waren, haben wir am naechsten Tag begonnen, die Umgebung zu erforschen und die ersten Eindruecke von Laos zu "atmen".

Luang Prabang ist eigentlich auch nur ein Dorf, hat aber sehr viele wunderschoene alte buddhistische Kloester, einige Sehenswurdigkeiten im Umland zu bieten und eine wunderbar entspannte Atmosphaere. Die Haelfte der Bevoelkerung scheinen Moenche zu sein, staendig begegnet man den safrangelben/orangenen Roben. Besonders kurios sehen die Moenche mit ihren Regenschirmen aus, mit denen sie sich vor der Sonne schuetzen. :)

Nachdem wir einige der aeltesten Kloester angeschaut hatten, haben wir den Tag mit einem Sonnenuntergang am Mekong ausklingen lassen und dabei auch gleich unser kuenftiges Lieblings-Strassenrestaurant entdeckt, dessen Kueche den Vergleich zur Thai-Kueche nicht zu scheuen braucht. Tags drauf gings per Motorrad zu einem fantastischen Wasserfall, der sich aus grosser Hoehe in die Tiefe stuerzt und anschliessend in mehreren tuerkisblauen Becken weiter nach unten bewegt. Wir sind seitlich bis zum Kopf des Falls hochgestigen, wo man knietief durchs Wasser watend umgeben von Urwald und Baumriesen einen tollen Blick in die Tiefe hatte. Als Lohn der Anstrengung haben wir uns nach dem Anstieg ein kuehles Bad in einem der Pools unter den kleinen Faellen gegoennt - das hatte echt was Paradiesisches...

am naechsten morgen sind wir um 6h aufgestanden, um den dag bat, den taeglichen almosengang der moenche zu sehen. die strassen sind uebersaet von orangefarbenen kutten, eine tolle und sehr ehrwuerdige atmosphaere. anschliessend gings per moto zu den pak ou hoehlen am mekong, in denen von glauebigen tausende von buddhas aufgestellt wurden. vor der faehrueberfahrt haben wir 2 suedtiroler kennengelernt, die gerade cambodia/thailand/laos und spaeter noch vietnam/suedchina/tibet mit dem fahrrad bereisen ( http://www.biketour.it) - respekt!

die letzten tage in luang prabang haben wir mit einigen maerkten, klostern und einer unnuetzen tour zu einem ausgetrockneten wasserfall gefuellt. eine skurrilitaet war noch das grab von henri mouhot, dem "wiederentdecker" von angkor (mein idol, vergesst indiana jones ;-), der dort vor ca. 150 jahren mit 35 an malaria gestorben ist: ein weisses marmorgrab mitten im dschungel mit "blick" auf den fluss, das war schon bizarr, irgendwie aber auch wunderschoen.

nachdem wir uns entschlossen haben, die wunderbaren karstlandschaften von vang vieng auszulassen, da es dort inzwischen mehr traveller als einheimische geben soll (boese zungen sagen, eine zweite khao san road), gings direkt weiter in die hauptstadt vientiane. wir sind extra aus sicherheitsgruenden wegen aktuellen (erneuten!) ueberfaellen von hmong-rebellen auf auf der nationalstrasse 13 verkehrende busse nicht bus gefahren (aktuelle reisewarnungen des auswaertigen amtes!), und haben uns stattdessen fuer einen inlandsflug entschieden. war aber auch keine so gute idee: wir wurden entgegen unserer vereinbarten flugbuchung in einen alten gammligen seelenverkaeufer (alte chinesische Y-12 propellermaschine mit 17 Sitzplaetzen) verfrachtet. erstaunlicherweise ist die alte klapprige kiste wider erwarten doch nicht abgestuerzt (fliegen angeblich ohne Radar und auf sicht, und das bei nacht!) oder auseinandergefallen, aber heftig war's schon...

naja, dann gab's kein freies guesthouse mehr und wir sind in einer absteige in chinatown gelandet, wo kein mensch englisch spricht. lustiger tag also! :) damit ging dann auch das schlechte wetter los, das uns die naechsten tage ziemlich versaut hat.

trozdem habe wir uns um guesthouse-wechsel und visumsverlaengerung gekuemmert und den 2. tag mit sightseeing im regen verbracht. hat natuerlich die begeisterung etwas getruebt, aber immerhin konnte man trotzdem das nationalmuseum besichtigen, das von praehistorischen funden bis zu aktuell beschlagnahmten drogen so ziemlich alles zu bieten hatte (sogar vitamin c tabletten!! :) schwerpunkt war aber die traurige juengere geschichte des landes (1. und 2. indochina-krieg) von franzoesischer unterdrueckung in der kolonialzeit bis zum bewaffneten widerstand gegen die amerikaner, die das land von 1963-73 im sog. "geheimen krieg" mit 2 mio. tonnen(!!!) bomben ueberzogen haben (welches land eigentlich nicht?) und damit fuer die groesste jemals pro kopf (einwohnerzahl) verteilte sprengstoffmenge, die es je gegeben hat, gesorgt haben. auch historische staetten, kloester, doerfer und zivilbevoelkerung wurden nicht verschont.

den abend haben wir in vientanes schraegstem club, dem zeaza beendet. wir waren voellig ueberrascht, so etwas abgefahrenes in diesem land vorzufinden: man betritt das teil durch einen drachenschlund, kommt dann in den hauptraum, der einer aegyptischen grabkammer nachempfunden ist, von deren decke fantasiewesen und skorpione haengen. wow! in einer ledergarnitur geflezt, konnten wir einer zu pulsierenden rhythmen tobenden menge von laotischen teenagern zusehen...das haetten wir echt nicht erwartet in diesem sonst so beschaulichen land.

die naechsten tage, fuer die wir in zentallaos eigentlich trekking, eine bootstour durch eine riesige hoehle und eine flussfahrt durch den dschungel geplant hatten, sind leider buchstaeblich ins wasser gefallen. in thakek, einer kleinen provinzhauptstadt, wo man als touri echt noch eine attraktion ist (wir kennen jetzt auch jeden einwohner ;-), haben wir die zeit mit warten auf besseres wetter und ein leinem motorradtrip verbracht, bei dem wir uns halb totgefroren haben. mist, haetten wir doch nur strickmuetzen mitgenommen! :-( und das in asien in der trockenzeit - wir haben leider eine fuer die jahreszeit voellig ungewoehnliche wettersituation erlebt, die es seit ewigkeiten laut einheimischen so nicht gegeben hat.

schliesslich hatten wir die nase voll und sind unverrichteter dinge nach pakxe, in den sueden von laos, gefahren, in hoffnung auf besseres wetter. die busfahrt war zusatzlich zum grauen wetter irgendwie auch ziemlich bedrueckend. einerseits kamem wir an einem wohl gerade in den graben gerutschten bus (mit motos auf dem dach!) vorbei, schien aber gottseidank wohl nichts ernstes passiert zu sein, andererseits wurde auf einer pinkelpause auf einmal ein regloser alter mann von hinten aus dem bus getragen, dessen gesicht mit tuechern behaengt war. zwei maenner sind mit ausgestiegen, haben im nirgenwo ihr ganzes gepaeck mit ausgeladen und sich zu einem unterstand begeben, waehrend der bus weitergefahren ist. wir haben und danach ernsthaft gefragt, ob gerade jemand im bus gestorben ist, werden dies aber nie erfahren. aber schon sehr beklemmend...

nach diesen sprichwoertlich duesteren tagen der reise haben wir am abend dann aber die ersten sonnenstrahlen seit tagen aus dem bus heraus gesehen und dies als gutes zeichen einer trendwende gewertet. und tatsaechlich, heute hatten wir nach anfaenglicher bewoelkung seit fast einer woche mal wieder etwas sonne!!

das haben wir gleich genutzt, um eine etwas laengere mopedtour zu zwei wunderschoenen wasserfaellen zu machen (einer ist 150m hoch und faellt aus dem dschungel in einen grandiosen abgrund). das haben wir noch mit einer kleinen trekkingtour durch urwald und kaffeplantagen zu dern koepfen der faelle verbunden, von denen man einen ueberwaeltigenden blick in die tiefen hatte. tanja meint, ich soll nicht immer soweit an die kante vor ;)

morgen gehts als einstimmung auf kambodscha zu einem bedeutenden khmertempel in suedlaos (weltkulturerbe), dann noch etwas auf das bolaven plateau, eine fruchtbare hochebene zum trekken und elefantenreiten, und schliesslich als laos-abschluss zu den 4000 inseln im mekong, die etwas von suedsse-atmosphaere haben sollen. von dort geht's dann ueber die illegale(?) mekonggrenze nach kambodscha, hier mussen wohl die grenzbeamten bestochen werden, damit man seine stempel kriegt.

Seitenanfang


Von Sued-Laos nach Kambodscha
(10.02.-16.02.2004)

Chum Reap Sua!

im anschluss an den letzten reisebericht haben wir unsere tour durch suedlaos fortgesetzt (endlich wieder gutes wetter!) und zunaechst die ueberreste von vat phou, eines beindruckenden bergtempels der khmer, im rahmen unserer bisher laengsten motoradtour (140 km) besucht. um dorthin zu kommen, mussten wir den mekong samt unserem motorrad ueberqueren, was dann auch wieder ein erlebnis war. die sogenannten faehren bestehen aus 2 winzigen nusschalen-booten, ueber die quer ein paar holzbretter druebergenagelt sind und an einem ist dann ein aussenboarder befestigt (tanja hat das anfangs fuer den steg zu groesseren booten gehalten, wurde aber eines besseren belehrt ;). mit etwas schwung faehrt man ueber eine schmale geneigte planke vom sandstrand mit dem moto auf das teil (und wenn man nicht sofort rechtzeitig bremst, nimmt man samt moto ein bad im mekong :). dann setzt man zusammen mit mehreren laoten, die auch noch gratis mitwollen, stehend, das moto festhaltend und ohne bruestung oder aehnliches zur anderen seite ueber. aber, wie dann doch irgendwie alles in diesem land, auch das funktioniert. :-D

vat phou (6.-13. jh.) ist eines der wichtigsten khmer-heiligtuemer ausserhalb des heutigen kambodscha und liegt in toller lage ueber viele ebenen verteilt an einen berghang geschmiegt. der anstrengende aufstieg in heisser sonne wurde mit einer schoenen auissicht belohnt und hat uns schonmal auf kommende tempelexpeditionen in kambodscha eingestimmt. unter diesem eindruck haben wir uns anschliessend noch auf die suche nach um tomo, einem kleinen und unbekannten tempel im dschungel gemacht. dieser war zwar etwas schwierig zu finden, aber nach einiger rumfahrerei auf sandpisten und waldwegen sind wir fuendig geworden. es waren zwar nur wenige ruinen erhalten, aber der ort hatte durch seine abgelegenheit -fernab von sonstigen touristen- und seine lage mitten im dschungel etwas sehr mystisches.

tags drauf haben wir per local bus in richtung osten aufgemacht. die fahrt war unglaublich: wir haben keinen sitzplatz mehr bekommen und mussten mehrere stunden stehend und teils mit angwinkelten kopf in einem fuer uns westler viel zu niedrigen klapprigen bus verbringen. die ausicht, bei einer scharfen bremsung eine rostige scharfe kante der herunterhaengenden deckenplatten in der stirn stecken zu haben, war wenig erbauend, aber zu allem ueberfluss wurden unterwegs immer mehr leute aufgelesen, bis der bus aus allen naehten platze. wir dachten x-mal, jetzt passt aber wirklich keiner mehr rein, aber der wunsch war der vater des gedankens. immer mehr leute wurden reingestopft, hingen aussen an den tueren/trittbrettern und wurden schliesslich auch aufs gepaeck auf dem dach gepackt. so verbrachten wir einige zeit teils fast auf einem bein stehend eingequetscht (fast freihaengend ;) zwischen alten bauern, stillenden muettern, gewehrtragenden freischerlern und nasepopelnden frauen... trotz allem war das ein mal ein spannendes erlebnis, das uns das wahre laos erleben liess.

angekommen in tad lo, in den suedostprovinzen von laos, wurden wir vor unserem guesthouse von einer fast 2m langen streubombenhuelse ueberrascht, die dort zum grill umfunktioniert worden ist - ein bizarrer anblick. diese gebiete lagen am frueheren ho chi minh pfad, der hauptnachschubroute der nordvietnamesen im 2. indochinakrieg (dem sogenannten "vietnamkrieg"). die amis haben das ganze gebiet mit flaechenbombardement uebersaet (viele streubomben etc., z.T. bis zu unglaubliche 700 Einsaetze pro Tag!), so dass auch heute noch viel kriegsschrott und unmengen unexplodieter sprengkoerper in diesem gebiet verteilt sind, was immer wieder zu tragoedien an der unschuldigen landbevoelkerung fuehrt.

der ort selber war aber die erhoffte oase der ruhe, abseits der ausgetretenen pfade. auch ohne meer haben wir fast wie am strand in wunderbaren bambushuetten gelebt und konnten den kindern beim fischen und spielen am wasserfall zuschauen. hier haben wir auch einen 20jaehrgen laoten kennengelernt, mit dem wir uns lange unterhalten und der unbedingt etwas deutsch lernen wollte. er hat diverse sachen in englisch aufgeschrieben, die wir dann ins deutsche uebersetzt haben und er sich die lautschrift in laotischen schriftzeichen dazugemalt hat, wobei wir viel spass hatten. unglaublich war auch hier wieder, dass die laoten wie viele andere asiaten immer denken, sie seinen wegen ihrer dunklen haut 'haesslich' und wir mit unserer hellen haut und unseren langen nasen 'schoen', und sich partout nicht ausreden lassen...

auf einer kleinen trekkingtour haben wir verschiedene minoritatendoerfer besucht. diese voelker leben -anders als die lao- in ihrer eigenen kultur und animistischen religion wie vor hunderten von jahren. hier hatten wir einige spannende einblicke in die lebensweise der menschen. so gab es beispielweise in einem katu-dorf, in dem die einheimischen eine liebevolle beziehung zum rauchen pflegen, menschen aller altersklassen, die ihre bambuspfeife geschmaucht haben: von aelteren frauen bis hin zu etwa 10jaehrigen kindern war alles vertreten. leider wird auch hier durch abholzung und -mit stetig steigender bevoelkerungszahl nicht mehr im einklang mit der natur betriebenen- brandrodungswirtschaft immer mehr wald vernichtet, so dass grosse teile der umgebung nur noch trockenes buschland sind. so ist es wohl nur eine frage der zeit, wann das alles nur noch steppe sein wird... zusaetzlich wurden wir teilweise auch mit grosser armut und krankheit konfrontiert, was einen in der eigenen hilfslosigkeit sehr bedrueckt.

zum abluss unseres aufhenthaltes in tad lo haben wir tanja noch einen kleinen traum erfuellt und einen 2stuendigen elefantenritt durch die verbliebenen urwaelder gemacht. der weg ging sehr abwechslungsreich durch fluesse, felsen und schmale dschungelpfade und hat einem toll vor augen gefuehrt, was diese sanften riesen mit ihren bedaechtigen schritten zu leisten vermoegen.

schliesslich haben wir uns zu unserem letzten ziel in laos aufgemacht, einigen inseln im mekong im grenzgebiet zu kambodscha. 2 weitere fahrten in local busses waren erfreulicherweise weniger voll, aber nicht weniger spannend: neben im bus gackernden huehnern, mehreren motorproblemen (der qualmende motorraum wurde im innenraum geoeffnet!) habe ich schliesslich auch mit einigen laoten zum ersten mal in meinem leben versucht, einen bus anzuschieben! unglaublich, aber wahr... :)

nach doppelt so langer fahrt wie geplant sind wir schliesslich im oberen 'mekongdelta' angekommen: der riesige strom teilt sich in unmengen von kleineren nebenarmen auf, zwischen denen sich die sog. 4000 inseln befinden. der mekong hat hier eine breite von unglaublichen 14 kilometern und laesst eine faszinierende landschaft entstehen, die durch die vielen palmenbewachsenen und bambusheuttenuebersaeten inseln mitten im binnenland eine suedseeartige atmosphaere entstehen laesst. angekommen auf don khon, haben wir erstmal einen tag die seele baumeln lassen und die atmosphaere genossen. hier hatten wir dann auch die gelegenheit, auf einem bootstrip die seltenen irrawady-delphine zu beobachten, von denen es nur noch wenige hundert auf der welt gibt. unseren laosbesuch haben wir dann mit einer schoenen radtour ueber die insel und 2 absolut beeindruckenden wasserfaellen abgeschlossen, die weniger durch hoehe als durch kraft und breite verzaubern. beim somphanit wasserfall donnert der mekong in einer breite von hundertern von metern (immer wieder von wasseradern durchsetzt) ueber mehrere felsstufen in eine 10m tiefe schlucht, die uns ein wenig an den grand canyon im miniaturformat erinnert hat. ein toller ort einfach zum dasitzen und zuschauen. khon papenhg dagegen ist mit bis zu 15m tiefe und einigen hundert metern breite der groesste wasserfall suedostasiens - wie schon louis delaporte 1866 schrieb: "alles in dieser gigantischen landschaft atmet kraft."

dann war es soweit und wir haben den grenzuebertritt nach kambodscha angegangen. auf einen tipp hin haben wir es erstaunlicherweise mit viel ausdauer, geduld und laecheln geschafft haben, an keiner der beiden grenzuebergaenge bestechungsgelder zu zahlen, was wohl fast ein novum war. :) wie erwartet wollten uns die korrupten beamten auf der laotischen seite ohne zahlung von dollars keinen ausreisestempel geben und uns wieder zurueckschicken. immer laechelnd "no"sagend, sind wir aber auch geblieben, waehrend die dann aus protest fruehstuecken gegangen sind und uns schmoren liessen. wir haben dann eben den grenzposten "besetzt" und auch gefruehstueckt (brot und bananen dabei...). nach ueber ner halben stunde haben sie dann wohl befuerchtet, dass wir noch mehr leute auf die dumme idee bringen koennten, nicht fuer die stempel zu zahlen (nachdem vor unseren augen sogar ein thai bezahlt hat, aber nur die haelfte des geforderten preises) und haben uns widerwillig durchgelassen. in kambodscha wurden wir einzeln in die stube gerufen - tanja ist vorgegangen und hat das prima gemacht: nach einer weile hat der genervte beamte versucht hat, die geforderte "gebuehr" auf ein drittel zu senken, aber, ihr werdet's raten: "no" :) . als 2 briten, die mit uns rueberwollten und die wir infiziert haben mitzumachen, dann auch nicht gezahlt haben, wollten sie von mir schon gar kein geld mehr... das war echt fein, ruhe, geduld und laecheln (wir haben uns nie was anmerken lassen oder gar aufgeregt) fuehrt dann eben doch zum ziel... :)

entgegen unserer planung blieb uns dann nur die moeglichkeit, mit einem der beruechtigten speedboats weiterzufahren. eingezwaengt in furchtbare enge sitzbereiche und in schwimmwesten verpackt rasten wir mit schaetzungsweise ueber 80 sachen ueber den hauptstrom des mekong. der bootsfuehrer wich mit unglaublicher geschicklichkeit kleinen inseln, aus dem wasser wachsenden baeumen, fischerbooten und sonstigen hindernissen aus. das war zwar ein spannendes erlebnis, aber wir waren trotzdem sehr froh, nach ueber einer stunde in stung treng das boot heil verlassen zu koennen.

Seitenanfang


Rattanakiri bis Phnomh Penh
(16.02.-22.02.2004)

endlich wieder in kambodscha! nach unseren aufwuehlenden erfahrungen unserer reise durch den nordwesten des landes vor zwei jahren war das ja eigentlich unser urspruenglicher plan gewesen, laos hatten wir superspontan kurz vor reisebeginn dazugeplant.

kaum angekommen, drehte sich alles wie gewohnt nur noch ums geld und jeder wollte einem alles verkaufen (selbst die altbekannten "one dollar!" rufe der kinder unterliegen starker inflation: die erste begruessung eines kindes beim aussteigen war "five dollar!" :) . nach ewigen zaehen verhandlungen mit den 2 konkurrierenden parteien der oertlichen tourist food and transportation mafia (die wir bis heute nicht begriffen haben, aber das wuerde hier zu weit fuehren), ist es uns dann tatsaechlich gelungen, gemeinsam mit drei anderen touris noch am selben tag ueber die "road national 19" genannte staub- und schlaglochpiste nach banlung, der provinzhauptstadt rattanakiris zu gelangen.

rattanakiri ist die nordoestlichste provinz kambodschas, eine durch endlose dichte dschungelgebiete und dunstverhangene flusslaeufe gepraegte huegellandschaft, die im norden an laos und im osten an vietnam grenzt. die provinz gilt durch ihre unwegsamkeit als einer der am wenigsten erforschten landstriche unserer erde, die vielen teils vom aussterben bedrohten tierarten (z.b. tiger, leoparden, krokodilen, elefanten und evtl. sogar dem java-nashorn) schutz bietet. 75% der bevoelkerung sind keine khmer, sondern chunciet (khmer loeu, die "hochland-khmer") - bergvoelker, die sich in 21 unterschiedliche ethnien mit unterschiedlicher jahrhundertealter kultur und sprache gliedern.

banlung, der ausgangspunkt fuer alle touren in diesem gebiet, ist das staubigste nest, das wir je erlebt haben. mit seinen viel zu breit geratenen sandpisten und dem alles bedeckenden haarfeinen roten staub erinnert es unweigerlich an eine wildwestsiedlung. schon am ersten abend sind wir wieder (in gespraechen mit schuelern beim sonnenuntergang) der fantastischen freundlichkeit der khmer begegnet, die uns unter anderem das land so lieben liess.

am naechsten tag begaben wir uns mit einer anstrengen staubfressenden mototour uber heftigste strassen mitsamt der obligatorischen reifenpanne auf die spuren von colonel kurtz, in dem wir nach lumphat fuhren, der gegend am fluss tonle srepok, die den film apocalypse now inspiriert haben soll (eigentlich mein lieblingsfilm). da genau durch diese gegend der ho chi minh pfad (s.o.) gefuehrt hat und alles (mal wieder) von den amis niedergebombt wurde (auf neutralem boden!), ist der ganze landstrich von bombenkratern uebersaet. abgerundet durch brennende waldgebiete, dichte rauchschwaden und schwarze verbrannte erde (brandrodung, keine kriegsfolgen) hat sich die atmosphaere dann auch tatsaechlich entsprechend verdichtet...

die weitere tage haben wir mit touren zum einem wunderbaren, vom dschungel umgebenen 700.000 jahre alten vulkansee, einigen doerfern der bergvoelker, dem unvermeidabaren wasserfall ;) und zu weit noerdlich liegenden friedhoefen der chunciet verbracht. letztere hatten eine sehr mystische atmosphaere: mitten im urwald gelegene ueberdachte grabstaetten mit grabbeigaben, an stoecken befestigten totenschaedeln von bueffeln und vor allem mit vielen aus holz geschnitzten, polynesisch anmutenden statuen. fast wurden wir sofort mit dem fluch der grabschaender, die heiligen boden betreten haben, bestraft, als tanja eine etwa 2 meter grosse schlange, die sich kurz im kopfbereich aufplustert hat (kobra??) gesehen hat. erfreulicherweise hat sich die schlange aber entschieden, mehr angst vor tanja zu haben als umgekehrt. dass die sogenannte zivilisation auch in den steinalten kulturen der bergvoelker einzug gehalten hat, bewiesen figuren, die neben den traditionell herausgehobenen geschlechtsteilen handys(!!!) an der brust hatten. :-0

um uns die mehrtaegige erschoepfende reise in den sueden auf dem land-/wasserweg zu ersparen, haben wir uns dann erneut entschieden, diese strecke mit dem flugzeug zurueckzulegen. diesmal war es erfreulicherweise eine neuere und groessere maschine als in laos. als die chinesische propellermaschine unfassbare mengen von staub aufwirbelnd auf der nicht geteerten sand- und schotterpiste von banlung gelandet und gestartet ist, war das aber trotzdem sehr eindringlich.

in phnom penh angekommen, war unsere erste erfahrung -endlich wie die asiaten zu zweit auf dem mototaxi sitzend- das schockierende verkehrchaos in der stadt. jeder faehrt wie er will und in jede richtung, egal ob mitten in de gegenverkehr hinein oder ein vielbefahrene kreuzung querend. nach ersten augen-zu-und-durch-anfaellen haben wir uns aber nun auch daran gewoehnt. phnom penh chaos city! :)

nach einem spaziergang durch das alte franzoesische kolonialviertel durften wir dann noch eine art kambodschanisches popkonzert erleben, in dem die taenzer mit unkoordinierter choreographie versuchten, westliche tanzstile nachzuahmen. aber das publikum, alle mitsamt motorrad, rikscha und sonstigem befoerderungsmittel in der menge stehend (das pendant zu unerem autokino? ;) schien gebannt...

wir waren sehr ueberrascht, wie schoen, bunt und atmosphaerisch kambodschas hauptstadt ist - nach allem, was wir zuvor gehoert haben, hatten wir das nicht erwartet. eigentlich ist es fuer unseren geschmack einer den schoensten (wenn nicht gar die schoenste) metropole suedostasiens, die wir bisher kennengelernt haben. hier laesst sich's durchaus einige zeit aushalten! wunderbare kolonialgebaeude mischen sich mit staatsgebauden und tempeln im traditionellen khmer-stil (mit wunderschoen verzierten, mehrfach abgestuften daechern) und den typischen asiatischen zweistoeckigen hausern, die stadt ist sehr gruen, die allgegenwaertigen leuchtenden roben zahlloser moenche setzen kontrastreiche farbtupfer, cyclofahrer suchen nach kundschaft (die kamdoschanische version von rikschas, die es zunehmend schwer hat, sich gegen die stetig steigende konkurrenz der mototaxis durchzusetzen) und ueberall herrscht buntes und geschaeftiges treiben.

besonders toll ist die stimmung am fruehen abend an der uferpromenade des tonle sap am vorplatz des koenigspalastes. hier treffen sich unmengen von menschen zum muessiggehen, ueberall sind moenche, die ihre englischkenntnisse praktizieren moechten und dazwischen die ganzen strassenverkaeufer, die von obst, getraenken bis hin zu gegrillten kaefern und fritierten jungvoegeln (oder waren es kleine fledermaeuse?) alles verkaufen. als dann irgendwann noch in den menschenmengen und dem verkehrschaos ein elefant in der untergehenden sonne vor der silhouette des koenigspalstes erschien, war das stimmungsbild perfekt! ein moench, mit dem ich mich lange unterhalten habe, hat mir erklaert, dass dies der einzige elefant der stadt aus dem kloster wat phnom ist, der abends immer hierher gebracht wird, um futterspenden fuer ihn aufzutreiben.

das nationalmuseum war fuer uns hobby-archaeologen absolut sehenswert, da es eindrucksvolle zeugnisse aus vielen epochen der jahrtausendealten kulturhistorie des landes zusammenfasst. besonders die vielen skulpturen und reliefs aus der hochkultur der alten khmer-koenigreiche des 6. bis 13. jahrhunderts haben uns sehr beindruckt. da wir viele der tempel und fundstaetten bereits kannten und andere in unserer reiseplanung direkt vor uns hatten, war dies natuerlich besonders spannend, da damit das stark architekturbasierte eindrucksbild der tempelstaetten abgerundet wurde.

aber eine sache nervt unertraeglich in phnom penh: man kann als touri keine halbe minute laufen (und erst recht nicht stehen bleiben), ohne dass einer der penetranten mototaxi-fahrer sich aufdraengt und einen irgendwo hinfahren will. das ist auf dauer extrem enervierend - ich habe mir so sehr ein t-shirt mit grossen lettern "NO!!! I DON'T WANT F****** TAXI!!" gewuenscht (das waere mal eine echte marktluecke in dieser stadt ;-)

neben den kulturhistorischen highlights wie koenigspalast, silberpagode und nationalmuseum haben wir uns in den letzten tagen aber auch viel mit der unbeschreiblich grauenhaften juengeren geschichte des landes beschaeftigt. das terrorregime von pol pots roten khmer hat von 1975 bis 1979 schaetzungsweise 2 millionen menschen des eigenes volkes ausgerottet, was unglaublichen 20% der gesamtbevoelkerung entsprach. das kranke regime hat versucht, durch unglaubliche zerstoerungswut und der elimimierung von aller bildung, intelligenz, kultur und religion innerhalb kuerzester zeit und schneller als in jedem andere land eines neues willenloses volk heranzuzuechten, um einen reinen puren kommunistischen agrarstaat auf steinzeitlichem niveau zu schaffen. nach dem einmarsch der roten khmer in pnomh penh im april 1975 wurde die 2,5 millionenstadt innerhalb von 48 stunden fast komplett "evakuiert" (nach 2 wochen war sie fuer jahre eine absolut menschenleere geisterstadt!) und die bevoelkerung zu zwangsarbeit auf dem lande unter menschenverachtenden bedingungen gezwungen. gegen sogenannte staatsfeinde (politiker, lehrer, intellektuelle, kuenstler u.v.a., spaeter sogar jeder, der eine ausbildung hatte, eine fremdsprache sprach oder nur eine brille trug) gingen die moerder, die viele 10-15 jaehrige kinder in ihren reihen hatten, die sie zu monstern "umerzogen" hatten, mit unbeschreiblicher grausamkeit vor.

zeugen dieses tieftragischen kapitels der kambodschanischen geschichte sind das genozidmuseum toul sleng, eine ehemalige schule, die zum kz umfunktioniert wurde (mit noch erhaltenen folterkammern, fotografien tausender opfer, menschenverachtenden zellen kleiner als ein qm und bilder und aussagen von taetern, die heute ein ganz normales leben weiterfuehren) und die killing fields von choeng ek, mit unmengen von geoeffneten massengraebern, teils noch mit kleidungsfetzen der opfer, und einem mahnmal mit tausenden aufgetuermten totenschaedeln... das war absolut schockierend, aber trotzdem wichtig, um das land in seiner gesamtheit zu verstehen - aber es wird und sicher noch lange zeit verfolgen und beschaeftigen.

in der hoffnung auf erfreulichere dinge ziehen wir morgen weiter nach sueden, bevor's zu den expeditionen zu den entlegenen dschungeltempeln zentralkambodschas geht. danach dann wieder mehr aus siem reap im nordwesten...

Seitenanfang


Durch Sued-Kambodscha nach Kompong Thom
(23.02.-01.03.2004)

Suksedai und Sok Sabai!

schliesslich sind wir den nervenden motofahrern phnom penhs entkommen, in dem wir gemeinsam mit ethel, einer 20jaehrigen hollaenderin, die wir bereits an der laos-kambodscha-grenze kennengelernt haben, unsere reise gen sueden nach kampot fortsetzten. kampot ist eine kleine verschlafene provinzhauptstadt, die noch nicht allzuviele toursten zu gesicht bekommen hat und damit ein schoener laendlich kontrast zu phnom penhs staedtischer hektik ist. in dieser provinz sind die haupttransportmittel die sog. mototrailer, grosse karren, die von einem kleinen motortrad gezogen werden. es ist unglaublich, was damit alles transportiert werden wird: dutzende von menschen, moebel, tiere, koerbe, und all das teilweise in unfassbaren mengen. kampot hat einen sehr schoenen markt, in dem frauen mit dem traditionellen krama (eine art multifunktionstuch) auf dem kopf so ziemlich alles verkaufen, was das land hergibt. neben farbenpraechtigem exotischem obst und gemuese werden haushaltswaren, lebende gaense, rohes fleisch sowie meerestiere und fische verkauft. besonders apettitlich war mitanzusehen, wie lebendige fische, die -beim aussuchen eines ihrer leidensgenossen durch kundschaft- aus ihren behaeltnissen glitschten und sich dann fuer einige zeit in der stinkenden kloakenrinne, die den ganzen markt durchfliesst, suhlten. nachdem die verkaeuferin ihr geschaeft abgewickelt hat und die abtruennigen entdeckt hat, wurden die fische kurzerhand von der kloake zurueck auf den verkaufsstand befoerdert, was meine lust auf fisch (und insbesondere sushi ;) fuer diesen augenblick extrem gesteigert hat...

von kampot aushaben wir einige ausfluege in die wunderschoene laendliche umgebung unternommen. die menschen hier sind so offen und freundlich, und ueberall winken einem die kinder aus den haeusern, vom strassenrand und sonstwoher zu. unsere erste tour haben wir zu mehreren geheimnisvollen hoehlensystemen in den karsthuegeln der umgebung gemacht. roung prasat war dabei die spannenste hoehle, denn tief in der haupthoehle steht ein kleiner shivatempel aus dem 6. jh., der sich magische art und weise mit den sein dach durchdringenden tropfsteinformationen verbindet. von dieser haupthoehle aus haben wir gefuehrt von kindern eine kleine caving-expedition unternommen und sind mit taschenlampen ausgeruestet tief in spalten und nebenarme der hoehle gestiegen, um fledermaeuse zu suchen, was uns schliesslich auch aus naechster naehe gelungen ist. die anderen beiden hoehlen (poung dhumrey saw, die "weisse elefantenhoehle", und leahng bpodijoh, die "fledermaushoehle") waren zwar weniger spektakulaer, aber boten schoene tropfsteinformation in form von elefanten, eine hohe hoehlenhalle mit einer grossen fledermauskolonie und zuletzt einen schoenen ausblick auf die landschaft in der warmen nachmittagssonne.

der naechste morgen, an dem ich neben einer riesen-kakerlake aufgewacht bin, die nur wenige zentimeter von meinem gesicht aussen am moskitonetz sass, gab uns gelegenheit, unsere erprobten kakerlakenjagdmethoden zu perfektionieren: autan-spray als betaeubungs- oder zumindest verlangsamungsgas, abgeschnittene wasserflaschen zum einfangen, balkonbruestung zum entsorgen... :)

danach haben wir uns motos geliehen und sind nach kep gefahren, wo wir -endlich, zum ersten mal auf dieser reise- das meer gesehen haben. kep ist groesstenteils eine geisterstadt, der langsam durch sich wieder ansiedlende einheimische neues leben eingehaucht wird. von den franzosen als mondaenes seebad aufgebaut und bis in die 60er genutzt, wurde kep dann in den siebziger jahren von den roten khmer in einem beispiellosen zerstoerungsakt niedergemacht - ausser der strandpromenade blieb nichts vom sinnlosen vandalismus verschont. zeugen dieser ereignisse sind unmengen zerstoerter haeuser, ehemalige nobelvillen, die niedergebrannt und mit kugeln durchsiebt wurden. diese ruinen, die teils von der natur zurueckerobert werden, sind mit ihren teilweise noch erhaltenen swimmingpools und weiteren zeugnissen ehemaligen reichtums heute schon ein sehr bizarrer anblick. in einer der ruinen haben wir einige zeit mit ein 3 kleinen jungs verbracht, denen wir eine grosse freude mit einem flummi und bilder aus unserer mini-polaroid-kamera (die wir fuer solche zwecke immer dabeihaben) machen konnten. das fantastischste gebaeude war aber das ehemalige casino, dessen ruine noch heute mit einem pompoesen palmengesaeumten eingangsweg gesaeumt wird. die mauern des einst praechtigen mehrstoeckigen gebaeudes werden heute von der natur zurueckerobert, und es bieten sich tolle ansichten einer wuergefeige, die eine gesamte front des gebaeudes umklamert und dere wurzeln jede noch so winzige mauerwerksfuge fuellen. im nahen fischerdorf haben wir uns dann ein boot gemietet und uns zur insel koh tonsay bringen lassen, wo wir einge schoene stunden in der haengematte an einem pardiesischen strand verbracht haben, an dem fast keine anderen leute waren. zurueck in kep haben wir dann den sonnenuntergang bei eine genialen fischessen genossen, dessen hoehepunkt krabben, die lokale spezialitaet, waren. ohne fachkundige anleitung der bedienung, wie diese panzertiere vernuenftig zu knacken sind, haetten wir allerdings ausser einer riesensauerei nicht allzuviel erreicht... :)

als letzten trip von kampot aus haben wir mit einigen briten noch eine tour in den bokor national park gemacht. per vierradgetriebenem pickup gings mitsamt einem guide ueber eine 'strasse', die mehr einem steinbruch gleicht, in die berge des elefantengebirges. die strecke ist landschaftlich fantastisch, denn erstmals in kambodscha haben wir hier so richtig ueppigen dichten dschungel mit sehr vielfaeltiger vegation gesehen. zwischenzeitlich mussten wir erst warten, bis ein baum, der auf die strasse gestuerzt war, kleingesaegt worden war, aber dann haben wir den ehemaligen koenigspalast, der auf einem tollen aussichtspunkt gebaut und in den zeiten des buergerkriegs velassen wurde, erreicht haben. von hier aus haben wir einen zweistuendigen mini-dschungeltrek durch den urwald gemacht, der trotz seiner kuerze sehr spannend war. auf einem winzigen schmalen pfad gings quer durch die extrem dichte vegetation ueber (und unter) umgestuerzten baeume, wobei man wunderbare voegel und viele fleischfressende kannenpflanzen entdecken konnte. unter einem wasserfall am ende des treks konnte man sich schliesslich wunderbar erfrischen. trotz der geringen wassermenge in der trockenzeit war ich aber ueberrascht, wie hart das wasser doch aus einer hoehe von nur etwa 13 metern auf einen niederprasselt...

das highlight von bokor ist neben der natur aber eine geisterstadt auf der spitze des bokor hills, die fast staendig in dichtem nebel gehuellt liegt. auch diese wurde einst von den franzosen als erholungs- und vergnuegungszentrum erbaut und hatte seine bluete in den 20er jahren, wurde aber trotz zweimaliger aufgabe im 2. weltkrieg und im spaeteren buergerkrieg nicht zerstoert. die beindruckensten bauten sind das ehemalige luxushotel, das kasino und eine katholische kirche. letztere gebaeude waren noch 1979 schauplatz heftiger gefechte zwischen roten khmer und vietnamesen, die sich nur 500m voneinander entfernt verbarrikadiert hatten - beide gebaeude zeigen noch heute die einschussnarben. auf der fahrt zur geisterstadt erschien als erstes in dichtem nebel die silhoutte der kirche auf der huegelspitze, was schon eine sehr unheimliche und 'gotische' atmosphaere verbreitete. die gaensehaut wird beim durchstreifen des riesigen luxushotels noch verstaerkt, das einen mit seinen verlassenen ballsaal, gaestezimmern und den durch die fenster eindringenden nebelschwaden in die perfekte kulisse eines horrorfilms versetzt. das schienen auch andere leute so zu empfinden, da im aussenbereich gerade die vorbereitungen fuer einen chinesischen horrorfilm getroffen wurden... :)

nach diesen abwechslungsreichen tagen war unser naechstes ziel sihanoukville (kompomg som), die hafenstadt im suedwesten kambodschas, um uns an deren straenden ein paar tage zu erholen. entgegen aller unkenrufe fanden wir die dortigen straende gar nicht so schlecht, und wenn man sich den richtigen strand aussucht, bleibt man auch von menschenmassen verschont. als kleines intermezzo zwischen zwei strandtagen haben wir noch einen tauchtag eingelegt, um kambodscha auch einmal unter wasser kennenzulernen. hier sind zwar keine grossfische und nicht die vielfalt der andamensee (thailand/burma) zu erwarten, aber es waren erstaunlich viele fische unterwegs und vor allem haben es uns verschiedenste farbenpraechtige nacktschnecken angetan. das tauchen selbst war super entspannend, noch nie hatte ich zuvor so sehr das gefuehl, perfekt tariert wie ein blatt im wind zu schweben... da wir die einzigen taucher an diesem tag waren, hatten wir als sahnehaeubchen gemeinsam mit unserem guide das gesamte tauchboot fuer uns allein, was richtig klasse war.

gut erholt sind wir dann nach phnom penh aufgebrochen, um von dort eine verbindung nach kompong thom, dem ausgangspunkt fuer meine expedition zu den entlegenen dschungeltempeln zentralkambodschas, zu bekommen. leider hat sich mein wunsch, auf dem dach eines zuges zu reisen, nicht erfuellt, da derzeit irgendwie keine touristen mehr mitgenommen werden... :( in phnom penh angekommen, haben wir uns dann ein ueberlandtaxi arrangiert, das auf dem weg nach kompong thom noch zwei zwischenstops fuer uns einlegen sollte. erstes ziel war das provinznest skoune, dessen spezialtitaet grosse schwarze haarige fritierte spinnen sind. das wollten wir mit eigenen augen sehen! und tatsaechlich, an der durchgangsstrasse, an der die busse und pickups vorbeikommen, rennen verkaeuferinnen mit grossen silbernen tabletts mit bergen der haarigen ungeheuer herum. aber auch zwei lebende exemplare der appetithaeppchen konnten uns nicht dazu verfuehren, die lokale spezialitaet (die man wohl aehnlich wie krebse essen kann), zu probieren. vielleicht lasse ich mich ja in bangkok noch auf gegrillte heuschrecken ein, aber spinnen muessen dann bei aller neugier irgendwie echt nicht sein...

die weitere fahrt wurde uns vom fahrer mit cassetten mit moderner kambodschanischer musik versuesst und auf einmal deuchte uns ...diese melodie ...das kennen wir doch? aber die kamboschanischerin, die mit suesser piepsstimme einen text in khmer sang, liess und zweifeln. und doch -zurueckversetzt in selige teenagerzeiten- wir erkannten es: "always somewhere" der deutschen schmalz-hardrocker scorpions, in einer kambodschanischen maedelsversion. unfassbar - so was skurriles hatten wir wirklich noch nicht! :D

unser zweiter stop war wat nokor, ein kaum besuchter kleiner khmer-tempel aus dem 11 jh. im nirgendwo. das besondere war aber weniger der tempel, sondern die dortigen menschen. wir wurden hier so herzlich und begeistert von einem alten, franzoesisch sprechenden konservator und kleinem pulk weiterer khmer empfangen, dass es uns ganz warm ums herz wurde. alle haben einen nur angestrahlt, tanja bekam blumen ins haar gesteckt und die leute haben uns auf goldigste weise bei unserer besichtigung begleitet. es ist doch immer wieder wunderbar, abseits der ausgetretenen pfade solche erfahrungen zu machen!

die fahrt insgesamt zeigte uns so viele schoene impressionen dieses landes: staendig die stasse kreuzende kuehe, huehner und hunde; wasserbueffel die nach hause getrieben werden (natuerlich auch auf der strasse :), ochsenkarren mit grossen holzraedern; bis oben hin menschen vollgepackte songtheos (lkw's zum personentransport), die die leute nach der feldarbeit nach hause bringen; viele schoene exotische voegel und nicht zuletzt ein wunderbarer sonnenuntergang vor laendlicher kulisse.

in kompong thom angekommen, haben wir abends chhort, einem 53-jaehrigen motodup-fahrer kennengelernt, mit dem wir am naechsten tag nach sambor prei kuk, der prae-angkorianischen hauptstadt des alten khmer-reiches vor angkor (6.-10. jh.) gefahren sind. chhort ist ein absoluter netter und feiner aelterer herr, der sehr viel ueber die tempel, alte inschriften und die geschichte seines landes weiss. aber auch hier war die motofahrt mindestens genauso schoen wie das ziel selbst: staendig "hello", byebye" und "okay" schreiende kinder, als wir "barangs" entdeckt wurden (ein regelrechter ohrenbetaeubender begeisterungssturm wurde ausgeloest, als wir den vollen schulhof einer primary school passierten!); waechterpuppen aehnlich unserer vogelscheuchen vor den umfassungszaeunen der huetten; einige fast-unfaelle mit kuehen, die die strasse mit stoischer ruhe ueberqueren und sich auch nicht von mopeds, hupen und irgendwas anderem aus der ruhe bringen lassen oder die aus ploetzlicher panik vor den waechterpuppen unberechenbare saetze auf die strasse machen; und natuerlich die allgegenwaertigen ochsenkarren. sambor prei kuk selbst ist zwar keineswegs mit den tempeln von angkor zu vergleichen, da auch aufgrund des hohen alters der bauwerke nicht mehr soviel erhalten ist, aber es stehen trotzdem noch eine erhebliche anzahl von prasats (tempeltuermen) aus ziegelsteinen, z.t. mit uralten schoenen steinmetzarbeiten (die sog. "schwebenden palaeste"). besonders stimmungsvoll sind auch hier wieder zahlreiche prasats und ein torbogen, auf deren spitze grosse baeume wuchsen, die das bauwerk auf bizarrste weise mit zahllosen wurzeln wie ein daruebergelegtes spinnennetz umklammern.

Seitenanfang


Expedition ins zentralkambodschanische Hinterland
(01.03.-06.03.2004)

abends traf dann ethel aus phnom penh ein, die mich auf meiner seit einem halben jahr geplante "hidden cambodia lost temple expedition" begleiten wollte, waehrend tanja, die sich diese hardcore-tour nicht antun wollte, schon mal mit unserem hauptgepaeck nach siem reap/angkor weiterfahren wollte. gemeinsam mit chhort und seinem neffen sokhom, einem 39-jaehrigen guide, der sich speziell auf touren zu den abgelegensten zielen im hinterland spezialisiert hatte, wurde die am naechsten tag beginnende 5-tages-tour geplant (route, ziele, gepaeck usw.) und alle vorbereitungen getroffen (gepaeck aussortieren, haengematte und passendes moskitonetz kaufen, alle lebensnotwendigen dinge wie z.b. klopapier einkaufen usw.). entgegen meiner urspruenglichen erwartung wurde die tour aber nicht mit enduro-maschinen geplant, sondern mit den kleinen 110er-Motos, da diese einerseits fuer die kommenden schmale pfaden kleiner/schmaler sind und andererseits im tiefen sand einfacher zu navigieren sind - insbesondere fuer die kleinen schmaechtigen kambodschaner. unsere routenplanung fuehrte durch zentralkambodscha von kompong thom nach norden zu den grossen, ueber jahrhunderte fast vergessenen tempelanlagen von preah khan of kompong sway, beng malea, koh ker und preah vihaer an der noerdlichen thailaendischen grenze und von dort aus ueber anlong veng, die letzte bastion der roten khmer in den spaeten 90er jahren, nach siem reap/angkor. diese tour war wohl ein der letzten gelegenheiten, diese bislang am schwersten zugaenglichen tempelstaetten kambodschas, die noch nicht viele menschen zu gesicht bekommen haben, im rahmen einer abenteuer-expedition zu erforschen, da bereits grosse strassen durch den urwald von verschiedenen provinzstaedten und vom touristenzentrum siem reap in planung bzw. schon in bau sind. chhort, der die entlegenen tempel ausser preah khan selbst noch nie gesehen hatte, wollte trotz der von sokhom angekuendigten strapazen und seines fortgeschrtittenen alters unbedingt die tour wagen und als zweiter fahrer fungieren. und am naechsten morgen um 6h frueh wurde es dann ernst: wir haben uns vier leute samt gepaeck auf den motos verteilt und dann ging's dann los...

der erste tag fuehrte uns ueber stoung, der letzten groessere siedlung fuer die naechsten tage. ueberall auf dem weg begleiteten uns ochsenkarren, waechterpuppen und hier noch froehlich rufende kinder. bei einem kurzen fotostop bei einer waechterpuppe im dorf baray lief sofort ein kleiner pulk der netten dorfbevoelkerung zusammen, die uns begeistert beobachtet hat. wir wurden dann sogar von einer netten aelteren frau noch in eines der wohnhaeuser eingeladen, in der ihr mann geschlafen hat. aber anstatt missmutig zu sein, hat er uns angestrahlt und einen langen segenswunsch ueber uns gesprochen. das war echt in toller einstieg mit land und leuten! danach gings weiter richtung norden durch das entlegenste hinterland, in wahrsten sinne des wortes ueber stock und stein, querfeldein, ueber felder, sandpisten und waelder. je weiter wir von den grossen siedlung entfernt waren, desto auffaelliger wurde die verhaltensaenderung bei den menschen, insbesondere bei den kindern. die anfaengliche begeisterung und freude wich mehr und mehr neugierigen, aber ernsten und dann sogar etwas aengstlichen blicken. sokhom sagte uns, dass diese leute noch nie oder hoechstens 2-3 mal pro jahr einen "barang" zu gesicht bekommen haben...

nach viereinhalbstuendiger anstrengender fahrt (die mir aber an diesem 1. tag trotz aller strapazen riesigen spass gemacht hat), sind wir dann in einem kleinen dorf ohne elektrizitaet und fliessend wasser nahe preah khan angekommen. dort haben wir in einem local house, einer einfachen holzhuette auf stelzen, das unsere unterkunft werden sollte, unser gepaeck abgestellt und sind weiter zum tempel gefahren. preah khan of kompong svay, die groesste tempelanlage der angkorianischen periode (5 quadratkilometer gross!) liegt versteckt im urwald, "nur" noch von 10% der urspruenglichen minen umgeben, wie uns sokhom erfreut mitteilte, wurde aber leider im jahr 2000 anlaesslich einer milleniumfeier der einheimischen grossenteils von der einst ueberwuchernden vegetation befreit (was dem ganzen sicherlich ein stueck seines reizes genommen hat). die dafuer aber auch komplett touristenfreie ;) anlage an sich ist sehr beindruckend, aber gleichzeitig auch ein trauriges zeugnis eines schlimmen aspektes der aktuellen situation des landes: so viele mutwillige zerstoerungen an der ganzen tempelanlage - unmengen fantastischer steinmetzarbeiten, stellenweise sogar ganze ecken/waende der tempeltuermen wurden von dieben herausgeschlagen, die die alte kunst in thailand teuer verkaufen wollen und nach schaetzen in den steinquadern gesucht haben. aufgrund fehlender geldmittel zur bewachung und der bestechlichkeit der wenigen armen aufpasser kann gegen kunstraub im grossen stil an dieser entlegenen staette fast nichts unternommen werden. grossenteils wurde die sachen dann noch so dilettantisch herausgehauen, dass sie fuer immer zerstoert sind. die einheimischen sagen, vor etwa 10-20 jahren war der tempel noch allergroesstenteils intakt - und jetzt wird aus geldgier jede nacht weiter zerstoert, was zuvor ueber tausend jahre erhalten blieb. :-(((

nach dem besuch des haupttempels und eines wunderbaren nebentempels mit einem bayon-artigen gesichterturm sind wir dann nach einigen fast-unfaellen im tiefen sand erschoepft wieder im dorf angekommen und haben unser nachtlager aufgeschlagen. im grossen (einzigen) raum des hauses, den wir uns mit der familie geteilt haben, wurden die haengematten aufgehaengt (super praktisch mit passendem moskitonetz, da man mit wenigen handgriffen eigentlich ueberall spontan sein nachtlager aufschlagen kann...). der vater des hauses hat in der hinteren ecke das essen auf dem feuer zubereitet, waehrend wir uns vorm haus mit wasser aus einem grossen steingefaess uebergossen und so "geduscht" haben. das essen war dann eine fischsuppe und ein huehnergericht mit reis. da im fleisch/fisch scheinbar einfach alles am tier kleingehackt und verarbeitet wurde, inklusive knochen, innereien und huehnerkrallen, war es hier nicht schlecht, dass wir ausser einer kleinen petroleumlampe kaum licht hatten, denn so konnte man nicht so genau sehen, was man gerade isst... :) das essen wurde wie dort ueblich auf dem boden gegessen, was uns europaer schon nach kurzer zeit unsere ungelenkigkeit spueren liess. die haengematte war danach ein segen, und ich habe erstaunlich gut darin geschlafen! absolut abartig war allerdings, da selbst in diesem kleinen nest ohne jede infrastruktur ab dem fruehen abend hoellenlaute karaoke gespielt wurde (wohl generatorbetrieben) - ein wahnsinn. nicht nur, dass einem das in dieser extrem einfachen laendlichen umgebung irgendwie ziemlich krank vorkommt, sondern es raubt einem leider auch bis tief in die nacht den schlaf...

nach dem fruehstueck (das reisgericht vom vorabend :) haben wir unsere sachen gepackt und den minenraeumern der MAG (britische NGO) einen besuch abgestattet. ueberall gestapelt die "Danger! Mines!"-schilder mit den totenkoepfen, die grossen totenkopfbeklebten alten lkws, eine huette mit grosser aufschrift "Explosive!" - schon sehr heftig. danach sind wir zu einem kleinen nebentempel von preah khan gefahren, der zwar vom bauwerk nicht so ueberwaeltigende war, aber dafuer vom innenleben: in einem der tuerme war viele fledermaeuse, die durch uns aufgeschreckt rumfaltterten, und dann -wir trauten unseren augen nicht- haben wir im mauerwerk eine groessere gruene schlange entdeckt, die gerade dabei war, langsam eine fledermaus zu erwuergen/zerquetschen!

ueber die alte "ancient khmer road", die einst preah khan ueber beng malea mit angkor verbunden hat und auf der noch uralte steinbruecken der khmer-koenige zu befahren sind (die modernen holzbruecken halten keine 5 jahre ;-), gings weiter richtung beng malea. dieser damals entlegene tempel war vor 2 jahren im rahmen einer tagesexpedition das highlight unseres kambodscha-aufenthaltes. schwer zu finden, inmitten eines minenfeldes gelegen, vom dschungel ueberwuchert und von kleinen kindern durch die abenteuerlichen ruinen gefuehrt (einige von euch haben ja schon die dias gesehen), war dies fuer mich eines der aufregensten und zugleich aufwuehlendsten erlebnisse meines lebens - und hat mich zur aktuellen tour inspiriert. da die wege, sofern man sie so nennen konnte, schlechter als erwartet waren, und chhort, der so eine tour zum ersten mal fuhr, nicht im von sokhom geplanten tempo mithalten konnte, haben wir uns zur mittagszeit aber entschieden, beng malea auszulassen und gleich weiter richtung norden nach koh ker zu fahren. im endeffekt war ich fast froh darueber, da ich mir die impressionen meines letzten besuches gerne genau so bewahren wollte, wie ich es damals erlebt hatte.

unsere immer unwegsamere route nach koh ker fuehrte uns ueber fast unbefahrbare strecken, die grossenteils pure ochsenkarren-fahrrinen mit knoecheltiefen feinem sand waren. schmale pfade schlaengelten sich in schlangenlinien durch das gestruepp um die gaenzlich unbefahrbaren passagen, waehrend die aeste, zweige und dornen das ganze zu einem spiessroutenlauf machten. auf dieser strecke, auf der wir stundenlang keine menschenseele getroffen haben, kamen wir erstmals auch durch richtig dichten dschungel (den ich eigentlich viel mehr erwartet hatte, aber bald wird es wie in laos wohl auch in kambodscha nicht mehr viel davon geben). es ging um umgestuerzte baeume herum, durch sandgruben, ausgetrocknete wasserlaeufe ueber felsbrocken - es kam wir vor die rallye paris-dakar. die felsen haben dem armen chhort beinahe den fuss gebrochen, als er bei einem ausweichmanoever daran haengenblieb... zu allem ueberfluss hatten wir dann im tiefen sand noch unseren ersten sturz und sokhoms moto kurz darauf eine reifenpanne. als sich dann noch unter tonnen von staub meine schmerzenden augen mit den kontaktlinsen weigerten, noch irgendetwas zu sehen, mussten dringend die haende gereinigt werden, um die linsen rausnehmen zu koennen. das wurde dann mit dem duschgel (das ich noch von morgens in der hose hatte) in einer grossen pfuetze auf der piste erledigt (sic! :) . nach all diesen zwischenfaellen waren wir wirklich froh, nicht mehr den umweg ueber beng malea gefahren zu sein!

schliesslich fuehrte uns die strecke vorbei an tollen exotischen voegeln und ueber grosse unbewachsene lavaebenen, was ein fantastische kulisse fuer die als tiefroter feuerball untergehende sonne war. am ende der strecke haben chhort, der sich in seinem alter mit der tour sichtlich uebernommen hatte und total erschoepft war, und ich die rollen getauscht und ich bin kurz gefahren, damit er sich etwas ausruhen kann (das war sokhom dann aber zu langsam). total mit sandstaub eingesaut erreichten wir in der daemmerung die gegend von koh ker, der alten khmer-koenigstadt des 10. jahrhunderts, die nur fuer 20-30 jahre hauptstadt war, bevor diese wieder nach angkor zurueckverlegt wurde. ueberall nur minen-warnschilder im urwald - aber mitten hindurch die grosse schneise fuer die neue geplante strasse von siem reap! die ganze gegend um koh ker ist wirklich shocking - hier ist alles komplett vermint (lediglich die eine groessere anzahl der tempel und deren schmale zugangspfade wurden geraeumt) und ueberall blickt man auf die leuchtend roten warnschilder mit dem totenkopf. als dann noch im zwielicht die ersten grossen ruinen aus dem dschungel auftauchten, lief mir schon eine gaensehaut ueber den ruecken.

mit ruecksicht auf den armen chhort haben wir dann beschlossen, nicht direkt an den ruinen selbst zu uebernachten (was beidem ohrenbetaubenden zirpen der zikaden im umliegenden urwald sehr heftig geworden waere), sondern ins nahe gelegene koh ker village zu fahren. in diesem dorf, das noch viel einfacher ist als das bei preah khan, haben wir bei den einheimischen eine unterkunft gesucht und sind schliesslich fuendig geworden: ein stelzenhaus inmitten von wasserbueffeln, schweinen, huehnern und heulenden hunden. hier war dann alles sehr 'basic' und wir mussten auf nahezu alle luxurioesen dinge der sog. 'zivilisation' verzichten: sowas wie eine toilette gabs gar nicht mehr (nur die 'grosse' im wald ;), unsere 'dusche' nahmen wir in sarongs gehuellt unter den neugierigen blicken der dorfbewohner an der einzigen wasserpumpe mitten im dorf und im ganzen ort gab's nichts zu essen (zumindest nichts, was abgegeben/verkauft werden konnte - gottseidank hatten wir am spaeten nachmittag noch was gegessen)! nachdem wir, staendig bei allem interessiert beobachtet von den kindern des hauses, unsere nachtlager fertig hatten, konnte ich wegen der bruetenden hitze (leider war hier das hitzestauende moskitonetz unabdingbar) einige zeit nicht schlafen. so sass ich eine lange zeit auf der leiter zu unserer huette und habe mit der taschenlampe notizen meiner impressionen geschrieben oder einfach nur die unbeschreibliche atmposhaere eingesogen: vom dorf aus toente die ganze nacht rituelle trommelmusik mit improvisierten lauten und gesaengen (man sagte mir, dass dies alle paar wochen stattfindet), das helle mondlicht (fast vollmond) erleuchtete die umgebung und setzte scharfe silhouetten der baueme und palmen, neben mir die wasserbueffel - das war schon sehr mystisch...bis sich auf einmal aus einer anderen richtung, auch hier im nirgendwo, karaoke-musik die trommelmusik teils uebertoente - nicht zu fassen! :-0

am naechtsen morgen gings ohne nahrung (aber immerhin haben wir uns ein huhn gekauft und dessen zubereitung fuer mittags in auftrag gegeben) zu den ersten kleineren tempeln. koh ker war so, wie ich das schon von preah khan erwartet hatte: tolle, teils sehr gut erhaltenen und aeusserst vielseitige tempel und ruinen, die mitten in minenfeldern und im urwald liegen und teilweise von diesem ueberwachsen sind (leider ist die vegation jetzt am hoehepunkt der trockenzeit sehr trocken - am ende der regenzeit sieht das sicherlich absolut grandios aus). die tempel von koh ker sind im gleichnamigen, monumentalen und von angkor sehr verschiedenen bau- und kunststil errichtet worden, nach dem eine ganze epoche der khmer-kunst benannt wurde. ueberall liegen skulpturen, reliefs und sogar scherben von alten tongefaessen am boden, im gestruepp und in truemmerhaufen herum - ein mekka fuer archaeologen! und fuer chhort, der alle tempel genau untersuchte, andaechtig von den steinernen tuerpfosten kniete, um alte sanskrit-inschriften zu entziffern und versuchte, die scherben zusamenzusetzen - mit diesem tag wurde er wunderbar fuer seine strapazen der vortage entlohnt. in einem tempel haben wir dann vor einem loch zwischen truemmern eine riesige schuppige schlangenhaut gefunden. das ding war extrem breit und unglaubliche 5 meter lang - laut choort war es die haut einer schlange, deren kamboschanischer name uebersetzt so etwas wie 'bueffel-kobra' heisst. erfreulicherweise kam sie nicht aus ihrem versteck heraus :). drumherum stehen allgegenwaertig die massen der minenwarnschilder, die einen staendig daran erinnern, keinen falschen schritt zu tun und auch beim austreten keine falsche scham vorzutaeuschen. trotz des auf einmal einsetzenden, fuer diese jahreszeit voellig ungewoehnlichen dauerhaften regens (der uns leider die moeglichkeit fuer viele gute fotos nahm und uns stellenweise sehr schon frustriert hat, der aber andererseits auch die atmposphaere verdichtet hat) war dieser vormittag, an dem wir ausser "mr. red hat", einem aufpasser der temple conservation, keine menschenseele getroffen haben, schon ein einmaliges erlebnis.

nach einer siesta (mit dem bestellten huehnchen), in der ich etwas schlaf nachholen konnte, sind wir dann endlich ohme regen zu prasat thom, der haupttempelanlage von koh ker gestartet. diese grosse, eher linear als konzentrisch angeordnete ruinenanlage liegt inmitten toller dschungelumgebung und bietet einige grandiose, teils noch nahezu perfekt erhaltene monumentalbauten mit einigen wunderbaren steinmetzarbeiten. an prasat kraham, einem riesigen ziegel-gopuram (eingangstor) war bis vor kurzem noch die "eclipse of the moon", eines der tollsten und ungewoehnlichsten reliefs der khmer-kunst erhalten; dieses wurde jedoch tragischerweise vor 2 jahren von dieben herausgebrochen. absolutes highlight von koh ker ist jedoch prang, eine gigantische, 35 m hohe sandtein-pyramide mit sieben ebenen, die an vergleichbare historische bauten im fernen suedamerika erinnert (in der gesamten historie der koenigreiche von angkor gab es nichts vergleichbares). nach deren besteigung, die einen fantastischen ausblick auf den sie umgebenden dschungel bietet, haben wir uns dann ein paar zuvor gekaufte dosen bier genehmigt und mit unseren fahrern und ein paar khmer den tag ausklingen lassen. kleine jungs haben uns dabei noch ihre perfekte zielsicherheit mit ihren steinschleudern vorgefuehrt, in dem sie jedes von uns vorgebene ziel mit dem ersten schuss exakt getroffen haben... :D wie bei preah khan haben wir noch eine spende fuer die temple conservation an mr. red hat uebergeben, da ueberall bislang keinerlei eintrittsgelder oder aehnliches verlangt werden.

gestaerkt von einer besseren weil kuehleren nacht in der gleichen unterkunft haben wir den vierten tag der tour -leider wieder bei stark bewoelktem himmel- mit drei weiteren tempeln von koh ker begonnen. im ersten wurden erstaunlicherweise nicht wie sonst oefter ueblich raeucherstaebchen, nahrung oder blumen geopfert, sondern auf duenne stoeckchen aufgespiesste zigaretten! ein eindeutiger beweis dafuer, dass auch die goetter rauchen... :D der letzte tempel, immer noch in einem extrem dichten minenfeld gelegen (warnschilder, minenstaebe und absperrungen ohne ende), ist laut aussage unserer guides gerade erst von minen geraeumt worden, so dass wir moeglicherweise zu den ersten besuchern gehoerten, die dieses kleine juwel in den letzten 30 jahren zu gesicht bekommen haben - ausser natuerlich den wunderschoenen bunten spechtartigen voegeln, die wir bei der annaeherung auggeschreckt haben... :) nach anschliessendem fruehstueck in naechsten dorf haben wir die tour gen norden gestartet. das wetter hat uns leider einen streich gespielt, denn immer, wenn wir sonne gebraucht haetten, gab es keine, und jetzt, da wir sie zur fahrtzeit gar nicht brauchen konnten, knallte sie vom himmel wie selten zuvor. nach passieren von kulen village (erstaunlich gruene gegend fuer kambodscha) gings es ueber verfallene holzbruecken (bzw. teilweise drum herum, da nicht mehr befahrbar) und schlechte piste, bis wir bei thhnol bek sowas wie ein strasse erreichten. aber die hoffnung auf weiterhin gute strasse loeste sich kurz darauf in luft auf, da die letzte regenzeit dieser wohl den garaus gemacht hat. so wurde die lange fahrt nach preah vihear bei sengender hitze (leider ohne schattenspendende vegation, da hier alles abgeholzt worden ist und oede monokulturen immer gleicher junger baeume nahezu die ganze strecke saeumten) und dauerhaft uebelster, jetzt wohl bald knietiefer sandpiste zur haertesten tagestour bislang; nur in der letzten stunde wurden wir von einer neuen, guten, befestigten piste erloest.

preah vihaer (9-12. Jh.), der imposante "temple in the sky" auf einem schroffen felsenkliff auf der spitze eines 750m hohen, minenverseuchten dschungel-bergkamms an der noerdlichen grenze zu thailand gelegen, gilt als einer der schoensten khmer-tempel ueberhaupt und war bis in juengste vergangenheit jahrelang gegenstand von grenzkonflikten zwischen kambodscha und thailand (wurde aber faktisch 1962 vom internationalen gerichtshof kambodscha zugesprochen). bislang von kambodschanischer seite nahezu unzugaenglich, hat die kambodschanische regierung im letzten jahr versucht, dieses kleinod, das von besuchern auf dem landweg bislang eigentlich nur von thailaendischer seite aus zu erreichen war, ueber sowas wie ein strasse an kambodscha anzubinden. diese "strasse", derzeit eine geroellpiste, ist allerdings so ziemlich das steilste, was ich je in meinem leben gesehen habe. neben der option eines zweieinhalbstuendigen aufstiegs zu fuss war die strecke nach bisherigen informationen nur per vierradgetriebenem pickup oder per gelaendemaschine zu schaffen.

spaetnachmittags im dorf am fuss des berges angekommen, konnten wir also mit unseren bisherigen motos nicht weiter, fuer den fussmarsch war es zu spaet (und wir waren zu erschoepft) und ein pickup alleine zu mieten war eindeutig zu teuer. so sah es erst mal schlecht aus, bis zwei der dorfbewohner die tour per motorrad anboten. wir handelten den preis aus und rechneten mit enduros, aber pustekuchen - zu unserer ueberraschung wurden umgebaute 110er-Motos vorgefahren, die speziell fuer diesen hardcore-anstieg modifiziert wurden: breitere antriebsketten, veraenderte getriebe und am lenker eine improvisierte wasserkuehlung in form eines kanisters, aus dem per schlauch staendig wasser zur kuehlung auf die ueberhitzten motoren getraeufelt wurde... mit diesen abenteuerlichen maschinen gingen wir dann ohne sokhom und chhort, die unten blieben, den steilhang an: nahezu alles im ersten gang, mit roehrenden motoren und vielfach nur unter zuhilfenahme der fuesse als anschub wurde der hang mehr erklettert als befahren. ein vielfaches absteigen (oder herunterfallen? ;) blieb an den extrem steilen stuecken aber trotzdem nicht erspart. nach etwa 45 min. kamen wir total verschwitzt, verdreckt und mit dicken blasen oben an, nur um als erstes einer horde fein gekleideter, fetter thai-touristen, die per reisebus von der thai-seite aus gekommen waren, zu begegnen. :0 am fusse des tempels ist in den letzten jahren ein regelrechtes kleines dorf aus souvenirstaenden, garkuechen, strassenrestaurants und getraenkestaenden enstanden, um die inzwischen massenhaft von thai-seite einfallenden touristen zu bedienen. irgendwie kamen wir uns nach erlebnissen und anstrengungen den letzten tagen hier voellig fehl am platze vor...

nichtsdestotrotz haben wir uns im inzwischen sogar vorhandenen mini-guesthouse eines der zwei dunklen fensterlosen zimmer gesichert (wobei wir lieber wieder in den haengematten geschlafen haetten) und haben uns ueber vier weitere tempelebenen auf die spitze des kliffs geschleppt, um den sonnenuntergang zu sehen. aber die sonne wollte uns nur waehrend der fahrt braten, jetzt am abend war wieder alles wolkenverhangen. die spektakulären ausblicke ueber die zerklüftete silhoutte des dangrek-gebirges und bis zum horizont ueber die ebene zentralkambodschas waren somit im dunst nur zu erahnen. aber immerhin kommen die thais immer nur tagsueber, so dass wir nach dem aufstieg zur letzten ebene den ganzen tempel fuer uns allein hatten. als es dann dunkel wurde, hat uns der vollmond fuer den fehlenden sonnenuntergang mehr als entschaedigt - was fuer ein glueck und (ungeplantes) timing, genau zum vollmond an diesem wunderbaren platz zu sein! das abendessen an einer garkuecke in der wahrlich furchtbaren siedlung am fusse des tempels neben billardtischen und, ihr werdet es erraten, den obligatorischen karaoke-schuppen (hier haben gleich 3 karaoke-schuppen versucht, sich mit absolut ohrenbetaeubendem laerm gegenseitig zu uebertoenen) liess es uns nicht lange dort aushalten - an schlaf war bei dem hoellenlaerm wohl sowieso nicht zu denken. so haben wir bier gekauft und haben -obwohl verboten- mitten in der nacht wieder den wunderbar friedlichen tempel erklommen. wir haben es geschafft, uns an den schlafenden wachen vorbeizuschleichen und wurden mit einer grandiosen atmosphaere belohnt. nachts bei senkrecht am himmel stehendem vollmond in dieser fantastischen, steinalten tempelstaette auf dem steilhang, um uns herum im leichten nebel flatternde fledermaeuse - diese unheimliche und mystische stimmung hat sich fest in mein gedaechtnis eingebrannt!

nach nur 3 stunden schlaf haben wir uns um 5h frueh wieder aus dem bett gepellt, um den sonnenaufgang zu sehen und den tempel bei tageslicht bis zum eintreffen der getraenkeverkaeufer und touristen gegen 8:30h fuer uns allein zu haben. auf der treppe zur ersten ebene wurde wir von einem dicken skorpion begruesst - so ein fettes und unfoermiges teil habe ich noch nie gesehen. richtig toll war der sonnenaufgang leider wieder nicht (das alte spiel: morgens wolken, mittags zur fahrtzeit knallende sonne), aber schoen war's trotzdem. beim erkunden des tempels mit seinen wunderbaren steinmetzarbeiten haben wir noch einen moench getroffen, der uns etwas von seinem leben als einziger moench in einem 2 km entfernten kloster berichtet hat und als kontrast dazu auf der ostseite des hanges ein grosses artilleriegeschuetz als relikt der nicht allzulange zurueckliegenden kriegshandlungen entdeckt. die letzten roten khmer, die die gegend bis weit in die 90er gehalten haben, sind auf preah vihear erst 1997/98 zu den regierungstruppen uebergelaufen; bis vor kurzem gab es hier wohl auch noch ausgebrannte panzer und einen abgestuerzten hubschrauber zu bestaunen, die aber inzwischen laut sokhom zu geld gemacht wurden, in dem die einzelteile verkauft wurden...

gegen 9:15h wurden wir am fuss des tempels wieder von den 2 fahrern mit den umgebauten motos abgeholt und nach unten befoerdert. das war dann irgendwie echt nicht mehr lustig, den geroelluebersaeten steilhang herunterrutschend mit blick auf den dschungelbedeckten abhang hinter dem minenschild der geradeausliegenden kurve - da wurde mir dann wirklich angst und bange. durch das verkrampfte festhalten bis haengen am hinteren untersitz-gestaenge des mopeds hatte ich, endlich heil unten angekommen, jetzt fast ausgekugelte schultern und erhebliche rueckenschmerzen - also eine prima voraussetzung, um die folgende laengste tagestour (fast 300 km) bis siem reap zu bewaeltigen. :-( aber wenigstens chhort und sokhom hatten sich halbwegs erholt, da sie ja am tag zuvor fuss des berges zurueckgeblieben waren, so dass es unverzueglich weiterging. auf erst kuerzlich fertiggestellter, guter neuer piste hatte sokhom dann leider wieder eine reifenpanne, was ohne auswechseln des gesamten reifens (der erst in der naechsten siedlung beschafft werden musste), nicht zu beheben war.

viel spaeter als geplant kamen wir schliesslich in anlong veng, der letzten hochburg der roten khmer, an. das grossdorf, in dessen weiterer umgebung auch das letzte versteck und die einaescherungsstaette von pol pot in den dangrek-bergen zu finden ist, ist inzwischen wieder mehr oder weniger zur normalität zurueckgekehrt. aber pol pot und ta mok, der letzte anfuehrer der roten khmer, geniessen hier noch immer hohes ansehen, da sie erstaunlicherweise nach ihrem sturz im jahre 1979 die leute, unter denen sie anschliessend lebten, wohltätig behandelten und soziale einrichtungen stifteten. da wir aber sowieso keine zeit hatten und es eigentlich auch nichts weltbewegendes zu sehen gab, haben wir unseren aufenthalt auf ein verspaetetes mittagessen beschraenkt.

auf leider wieder schlaglochuebersaeter und extrem holpriger strasse (aber immerhin eine solche) gings weiter nach sueden, hier endlich mal wieder ueber laengere strecken durch schoene dichte dschungelgebiete. neben den vorhandenen rueckenschmerzen wurde das echt aetzend, da inzwischen so ziemlich alle sitzpositionen ausgereizt waren und so das sitzen zur qual wurde. als es dann auch noch dunkel wurde, gings -vorbei an grossen feuern- nur noch im schneckentempo weiter, bis bantey srei, etwa 40km noerdlich von angkor, erreicht war. da chhort nach ueber 9h harter fahrt ziemlich am ende war, bin ich die wie auch schon am tag zuvor die letzte stunde auf asphaltierter(!) strasse selbst gefahren. das war dann schon ein klasse gefuehl, nach 2 jahren bei nacht selbst in angkor einzufahren, dem ort, der uns ueberhaupt erst zur erneuten reise nach kambodschas inspiriert hat. um 20:30h haben wir dann endlich siem reap erreicht und tanja wieder getroffen. nach einem gemeinsamen abendessen, eine dusche (wie wunderbar!) sind wir alle erschoepft, aber gluecklich in die weichen betten gesunken - selten habe ich das so genossen. :D

Seitenanfang


Von Siem Reap (Angkor) ueber Bantey Chmar nach Bangkok
(07.03.-14.03.2004)

am naechsten tag haben tanja und ich nur rumgegammelt und unsere erlebnisse ausgetauscht. siem reap hat sich in den letzten 2 jahren total veraendert, ist viel groesser und touristischer geworden. selbst die gegend rund um unser guesthouse in der damals kleinen unbefestigten wat bo street ist wie ausgewechselt. die strasse ist jetzt asphaltiert und viel länger, ueberall schiessen neue hotels, gaestehaeuser, restaurants aus dem boden, und alles wird immer nobler und teurer.

die naechten beiden tage haben wir ein revival unserer angkor-highlights von vor 2 jahren gemacht und neben dem grandiosen sonnenaufgang vor angkor wat nochmal unsere lieblingstempel besucht und 2 weitere kleinere, etwas unbekanntere tempel (bantey kdei und thommanom) mit wunderbaren apsaras (tempeltaenzeinnen) und steinmetzarbeiten fuer uns "entdeckt". aber auch in den tempeln haben sich dinge zum nachteil veraendert, am augenfealligsten in ta phrom, dem grandiosen tempel, den man wie bei seiner "wiederentdeckung" unrestauriert und mit baumriesen verzahnt belassen hatte (einige von euch haben ja schon die bilder/dias gesehen): seit einem unfall einer touristin und einem darin abgedrehten hollywoodfilm ('two brothers', nicht 'tomb raider') ist er mit holzstegen versehen und viel vom buschwerk wurde entfernt, was ihm viel von seinem charme genommen hat. aber skurille begegnungen der anderen art gibt es hier immer noch: ein polizist wollte uns als 'souvenir' eine polizeimarke der kambodschanoschen polizei verkaufen! :o naja, hauptsache das geld fliesst...

die letzte tour in kambodscha sollte uns schliesslich im westen ueber sisophon nach bantey chmar, einem weiteren entlegenen tempelanlage im malariaverseuchten nordwesten des landes fuehren. dort angekommen, wurden wir von fetten 5$ eintrittsgeld ueberrascht, obwohl hir im schnitt pro tag 0-2 besucher herkommen und man bislang wohl von soldaten gegen eine kleine spende durch die anlage gefuehrt wurde. aber es scheint sich alles rasend schnell zu aendern in diesem land! stattdessen hat uns eine schar kinder durch die ruinen gefuehrt und uns die schoensten stellen der grossen, von vegation ueberwucherten anlage zu zeigen. aber insgesamt war die tour fuer uns lohnenswert, auch wegen der fantastischen riesigen flachreliefs auf der umfassungsmauer, die in dieser art sonst nur in angkor wat und dem bayon zu finden sind.

da wir dann viel frueher als geplant wieder auf dem rueckweg nach sisophon waren, haben wir uns spontan entschieden, auf die uebernachtung zu verzichten und gleich weiter bis zur grenze in poipet zu reisen. so haben wir schliesslich das land des 'sourire khmer' verlassen, in dem ueberall schweine, hunde, kuehe und wasserbueffel die strasse kreuzen und auf einem kleinen moto so ziemlich alles transportiert wird, was bei uns auf einen lkw passt. highlights, die diesbezueglich in erinnerung blieben waren z.b. motos mit grossfamilien mit bis zu 6 personen -teils mit schlafendem kind!-, andere mit etwa 15 beidseitig angebrachten huehnern, viele mit 2 ausgewachsenen lebendigen schweinen, und in pnohm penh eines mit 5 senkrecht stehenden 2-3m meter hohen glasscheiben!! :D irgendwie waren wir auch ein bisschen traurig, weil zu vermuten ist, dass in diesem land in kuerzester zeit nichts mehr so ist, wie wir es erlebt haben. diese ueberschnelle entwicklung ist zwar auf der einen seite erfreulich, da es den menschen sicherlich zeitweilig besser gehen wird, auf der anderen seite entstehen aber durch das unkontrollierte wachstum neben dem verlust von kambodschas bisherigem charme und seiner freundlichkeit auch viele traurige nebeneffekte, deren langzeitfolgen sich raechen werden: zerstoerung der letzten natuerlichen ressourcen, verlust historischer kunstschaetze, geldgier, kriminalität, prostitution...

poipet ist das abschreckende beispiel letzterer aspekte. nachdem wir diesen furchtbaren ort so schnell wie moeglich hinter uns gelassen haben und per tuktuk die naechste stadt in thailand erreicht haben, gelang uns uns tatsaechlich noch, den letzten abendbus nach bangkok zu bekommen, so dass wir noch in der gleichen nacht dort angekommen sind. die letzten tage in bangkok haben wir dann mit dem alljaehrlichen shopping-exzess (neue geniale entdeckung: der weekend market bei mo chit, der groesste und wahrscheinlich billigste ;D open-air-markt der welt), etwas nachtleben und fantastischen seafood-essen ausklingen lassen. am letzten abend habe ich mich dann doch noch ueberwunden, fritierte heuschrecken zu probieren, da ich mir das seit 1991 vorgeworfen habe, als ich zu feige dazu war. war eigentlich gar nicht so eklig, sondern hauptsaechlich fettig und knusprig. aber appetit auf die ebenfalls angebotenen kaefer, kakerlaken, maden und skorpione (kein witz!) konnte es mir dann noch nicht machen... :)

Seitenanfang


Homepage www.asiatravels.de    © Rainer Kuhn 2004-2007. Alle Rechte vorbehalten.